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  Myrmecia pavida

Myrmecia pavida                                                            
Eine einzigartige sehr interessante Ameisenart
Eine aus Westaustralien kommende Ameisenart, die es sehr warm mag.
Bei mir leben sie bei 25-27°C am Tage und bei 22-24°C in der Nacht.
In einer trockenen steinigen Umgebung bei einer Luftfeuchtigkeit um 50%rel.
Aufgeweckte, ständig aktive Ameisen, die schon gar nicht zu übersehen sind,
ist auch schwierig bei einer Größe von 22-26 mm.
Wobei die größten Arbeiterinnen kaum kleiner sind als die Königin.       
 
Myrmecia pavida              

Sie dulden nur eine Königin in ihrer Kolonie (monogyne Art).
Die Königin gründet selbstständig braucht aber Auslauf (semiclaustral), was mir reichlich Möglichkeit gab,
sie auch außerhalb des Nestes zu beobachten.
Öfters war sie dabei zu sehen, wie sie den von mir gereichten, flugunfähigen Fliegen nachstellte.
Mit ihrem guten Sehvermögen ist das auch kein Problem.
Hatte sie die Beute erst ein Mal entdeckt, geht sie hartnäckig und überaus flink hinterher, bis sie diese zu packen bekommt.
Dabei zeigt sich gleich die gute Beweglichkeit dieser Art, es ist ihnen ein Leichtes, sich so weit zu krümmen,
um die Beute zu stechen.

Ihr Gift wirkt schnell, die Fliegen sind nach wenigen Sekunden bewegungslos.
Da muss ich gut aufpassen, dass sie mich nicht mal als Beute betrachten, würde bestimmt eine schmerzhafte Erfahrung.
Ins Auge gefast haben sie mich schon, es entgeht ihnen nicht die kleinste Bewegung von mir an ihrer Anlage.
Ausgiebig stehen sie da und beobachten mich, kommen ich ihnen zu nahe, sind sie auch gleich da.
Mal gut das Ich auch noch gute Reaktionen habe, nach Möglichkeit möchte ich es mir ersparen,
hier über die Wirkung eines Stiches zu berichten.
Als manchmal gepeinigter Imker würde ich das wohl auch überstehen.
Kann mir gut vorstellen, dass es Halter gibt für die ein Stich von Myrmecia pavida
unangenehme bis schwerwiegende Folgen haben könnte.
 
Wie ihr es schon lesen konntet, fing die Haltung dieser Art bei mir mit einer Königin an.
Bekommen habe ich sie in einem Reagenzglas (15 x 150 mm), aus meiner Sicht zu klein für eine so große Ameise.
Die Königin war da anderer Meinung, auch wenn sie sichtbar Mühe hatte, in der Enge zu wenden, sie zog einfach nicht aus.
Das Reagenzglas liegt in einem Becken (Grundfläche 30 x 40 cm), der Bodengrund besteht aus feinem Kies und Holzgranulat.
                 
Im unteren Teil des Beckens befindet sich ein Gipsnest, in etwas so aufgebaut, wie ich es > HIER < beschrieben habe.
Zusätzlich habe ich ihr noch ein größeres Reagenzglas (22 x 150 mm) dazugelegt.
Eigenwillig, wie sie war, zog sie ihren ersten Nachwuchs in der engen Röhre auf.
5 Eier hatte Sie gelegt, aus denen nach 15 Tagen die ersten Larven schlüpften.

Eine besorgte Mutter, die sich emsig und ausgiebig um ihren Nachwuchs kümmerte.
So eine Larvenbetreuung habe ich noch nicht beobachten können bei meinen Ameisen.
Das liegt wohl auch mit daran, das es bei so einer großen Ameise leichter möglich ist.
Ständig war sie dabei, die Larven umzustapeln und zwischendurch wurden die Kleinen ausgiebig abgeleckt.
Auch der Bereich, in dem die Larven lagerten, wurde akribisch sauber geleckt.
Die kleinen Larven fütterte sie mit nicht entwicklungsfähigen Eiern (throphische Eier) die sie dafür extra legte.
In dieser Zeit verspeiste sie die erbeuteten Fliegen alle selber.
Zwischendurch war sie immer wieder am Trinkwasser und am Zuckerwasser zu beobachten.
Später mussten die größeren Larven selber zusehen, wie sie die Fliegen klein kriegten.
Die Königin legte die Fliegen einfach zwischen die Larven, ein wirkliches Problem war das nicht.
Auch die Larven sind überaus beweglich, können sich gut strecken und schnell waren die Fliegen zerlegt.
Alles, was übrig blieb, sammelte die Königin ein und trugs aus dem Reagenzglas, viel Mühe machte sie sich damit nicht,
einfach gleich neben den Ausgang gestapelt.

Nach 14 Tagen haben sich die gefräßigen Larven verpupt.
Von da ab wurde es richtig eng im Reagenzglas, um den Larven behilflich zu sein beim Spinnen ihrer Kokons,
legte die Königin Kiessteinchen an die Larven.
Dabei hat sie sich reichlich vergriffen, die Kiesel waren doch etwas groß,
zu ihrem Pech bekam sie die meisten von den Kokons auch nicht mehr ab.
Hatte da so meine Bedenken, das die fertig entwickelten Ameisen es gar nicht schaffen könnten zu schlüpfen.

Meine Geduld wurde zudem reichlich strapaziert, es dauerte 33 Tage bis zum Schlupf der ersten Arbeiterin.
2 Tage vor dem Schlupf der ersten Arbeiterin wurde die Königin sichtbar unruhiger, ständig versuchte sie die Puppen umzusortieren.
Selber schlüpften die Arbeiterinnen auch nicht, die Königin war eifrig behilflich in dem Sie die Kokons aufbiss und die Kleinen herauszerrte.
Und klein trifft auch nicht zu, eine Arbeiterin ist fast so groß wie die Königin.
Gerade geschlüpfte Arbeiterinnen werden ausgiebig abgeleckt.
12 Tage vor dem Schlupf der ersten Larve fing die Königin an neue Eier zu legen, 6 Tage nacheinander, jeweils 2 Stück.

Heute besteht die kleine Kolonie aus 5 Arbeiterinnen und der Königin.
Die 12 Eier sind alle geschlüpft und die ersten Larven davon haben sich schon verpuppt.
Auch diese Puppen sind rundherum mit größeren Kiessteinchen versehen, scheint wohl doch eine gute Lösung zu sein?
Zur Verpuppung tragen sie die Larven in das größere Reagenzglas, dort lagern sie auch die Puppen.
Die Larven quetschen sich weiterhin in der kleinen Röhre.
                              

Konnte es schon bei anderen Ameisenarten beobachten, die alles was sich an Flüssigkeiten
im Bereich ihres Nestes befindet, versuchen abzudecken, auch Wassertropfen.
Es war dabei mein Gedanke, die Ameisen versuchen eine Gefahrenstelle unschädlich zu machen.

Myrmecia pavida sind besonders besorgt um Ihre Kohlehydratnahrung.

Myrmecia pavida

Kaum ist diese Leckerei entdeckt, wird erst mal ausgiebig getrunken
                     
dann geht die Arbeit richtig los, eifrig suchen sie nach Kiessteinchen und legen sie in die Zuckerwasserlösung.
                                    
Sie geben nicht eher Ruhe, bis alles fein säuberlich abgedeckt ist.
Wie zu sehen ist, geht es Ihnen dabei eindeutig nur um die Zuckerlösung, im Kronenkorken nebenan ist Trinkwasser.
Das lassen sie einfach stehen.

Später waren sie immer wieder dabei zu beobachten, wie sie die Zuckerlösung von den Steinchen saugten.

Myrmecia pavida  


   
Ist schon merkwürdig, was sie da veranstalten?

Eine andere angedachte Hypothese, diese Ameisen haben lange kräftige Mundwerkzeuge (Mandibeln).
Gut zum Packen und Festhalten der Beute, beim Trinken eher hinderlich.
Damit im klebrigen Zuckerwasser herumzuführen behagt Ihnen vielleicht nicht?
Diese Ameisen sind sehr reinlich, Sie verbringen viel Zeit damit, sich ausgiebig zu putzen.
Ist auch möglich, dass die Abdeckung des Flüssigfutters dazu dient, einfacher ranzukommen.
Allerdings warum trinken sie dann vorab ausgiebig?

Myrmecia pavida

                                                               Hier geht es weiter [Update 15.12.2007]