Hallo und willkommen bei Ameiseninfos.de Ameisennestbau, mit guten Einsichtmöglichkeiten, eine der elementaren Bauwerke um Ameisen zu halten. Holznester für Ameisen, nur eine Bauvariante unter Vielen. Ameisenholznester müssen nicht teuer sein, mit einfachsten Mitteln lässt sich passables anfertigen. Selbst an das handwerkliche Geschick stellen sich keine großen Herausforderungen.
Camponotus ligniperda
Holznestbau für die Ameisenhaltung
Um das Leben von Ameisen und deren Verhaltensweisen im Nest zu beobachten, was überaus interessant ist und eine der Grundlagen um schnell Entwicklungen erkennen zu können, sind entsprechende Nester notwendig. Gibt verschiedenste Möglichkeiten und Bauformen um das hin zu bekommen, ebenso vielfältig die dafür brauchbaren Baumaterialien. Ytong, Gips, Beton, Kork um einige auf zu zählen. Wie aus der Natur bekannt, einige Ameisenarten bewohnen Holz wie z. B. auch unsere einheimischen Arten Camponotus ligniperda und Camponotus herculeanus.
Auch Ameisen, von denen es nicht erwartet wird das sie Holznester bewohnen, wie meine Messor barbarus, die ein Holznest mit in ihren Nestbereich einbezogen haben.
Holznest für Ameisen Messor barbarus im Nest Messor barbarus im Nest Messor barbarus im Nest
Wie zu sehen, auch ungewöhnliches lässt sich in der Ameisenhaltung machen. Grund genug den Bau eines Holznestes etwas genauer zu beleuchten. Holz als natürliches Baumaterial unterliegt auch in der Ameisenhaltung Prozessen wie sie in der Natur zu beobachten sind. Holz altert, reist, zerbröselt und verzieht sich. Ameisennester brauchen oftmals auch Feuchtigkeit, was zusätzlich Schimmel begünstigen kann. Und dann sind da noch die Ameisen, von denen bekannt ist, dass sie gerne knabbern und so manches Nestbaumaterial zerlegen. Genug Ansätze die es erfordern, sich ausgiebig Gedanken um den Holznestbau zu machen. Witterungsbeständige, harte, möglichst verzugsfreie Holzarten sind zu bevorzugen. Unter den einheimischen Holzsorten sind Robinie, Douglasie und Lärche vielversprechend. Eiche, Buche wie noch einige andere Laubbaumarten bestehen auch aus harten Holz, die sich auch eignen.
Ein weiteres wichtiges Thema, wie ist ein Holznest zu bauen? Dafür sind etliche Verfahren denkbar. Häufig die eigene Muskelkraft wie z. B. mit einem Stechbeitel.
Holznestbau
Eine mühselige Arbeit die besonders bei größeren Nestern doch so manche Schweißperle auf die Stirn zaubert. Um dem aus dem Wege zu gehen, sind Oberfräsen eine gute Wahl. Allerding extra eine Oberfräse anzuschaffen um ein Holznest zu bauen, vielleicht zu kostspielig.
Gut das es auch Bauvarianten gibt, die sich einfach gestalten, schnell machbar sind und wenig kosten. Zwei davon möchte ich Euch hier näher bringen
Eingesetztes Material Mehrfach verleimtes Buchensperrholz Wasserfester Holzleim Plexiglas Holzleisten
Werkzeug Bohrmaschine Lochkreisbohrer Laubsäge 0,6 mm Bohrer 6,0 mm Bohrer
Minimaler Aufwand mit dem sich Nester fast jeder Größe bauen lassen.
Alles vorhanden, gut dann kann es jetzt losgehen. Ausgansmaterial mehrfachverleimtes, hartes Buchensperrholz, je mehr Schichten desto verzugsfester. Holzdicke 5 mm, wie sich gleich zeigt ist das auch die spätere Nestkammertiefe des Nestes. Je nach Ameisenart (Größe der Ameisen) ist unterschiedlich dickes Holz zu verwenden, z. B. bei Camponotus ligniperda kann die durchaus 2 cm betragen. Das Nest hier ist gedacht für ein kleines Volk Crematogaster scutellaris, das derzeit noch im Reagenglas lebt.
Crematogaster scutellaris
Kleine Ameisen die sich schnell entwickeln. 5 mm Kammerhöhe und 2 Nestkammern das passt derzeit.
Zwei gleichgroß zu gesägte Sperrholzplatten sind das Grundgerüst
Sperrholzplatten Bearbeitete Sperrholzplatte
Mit einen Lochkreisbohrer werden in einer der Platten die beiden Nestkammern gebohrt.
Mit der Laubsäge die Verbindungsgänge gesägt und eine kleine Wasserkammer eingearbeitet, auf die ich später zurückkomme.
Die bearbeitete Platte wird mit wasserfesten Holzleim auf die unbearbeitete Holzplatte geklebt (Die unbearbeitete stellt den Nestboden). Wasserfester Holzleim ist dringlichst erforderlich wenn das Nest befeuchtet werden soll, es hält sonst nicht zusammen. Holzleim verklebt nur gut unter Druck.
Das Bilderbeispiel taugt nur zur Verdeutlichung, angebrachter ist eine Verpressung zwischen härteren Hölzern
so in etwa.
Etwa eine Stunde Arbeitszeit und eine Nacht zum Aushärten des Leims und das war es fast schon. Je nach Durchmesser des Lochkreishohrers und Anzahl der Lochkreise lassen sich verschieden große Nester mit kaum nennenswerten Aufwand bauen. Was fehlt jetzt noch? Na klar eine passende Abdeckung aus Plexiglas, ich will ja schließlich was sehen. Gesägt mit den gleichen Abmessungen wie die Holzplatten und aufgeklebt.
Holznest für Ameisen
Geklebt mit Fenstersilicon, für interne Nester (im Becken eingebaut durchaus machbar. Für externe Nester, die zudem noch befeuchtet werden, ist das nichts. Auch das beste Holz kann sich verformen, manche Kunststoffe unter Feuchtigkeit ebenfalls. Die dabei auftretend Verspannungen können zu Ablösungen der Abdeckplatte führen. Es ist angebracht, für derartige Einsatzzwecke, die Plexiglasabdeckplatte mit Flachkopfschreiben zu befestigen.
Jetzt aber fertig, nein immer noch nicht! Ein häufig beim Nestbau gemachter Fehler, es wird keine Belüftung berücksichtigt. Schlechte Belüftung, sich ansammelndes CO² sind gewichtige Gründe für Fehlentwicklungen in der Ameisenhaltung, die später nur schwer bis gar nicht zu diagnostizieren sind.
Ameisenholznest  mit Belüftung
Es hilft nichts, ein paar Löcher müssen noch rein! Deren Durchmesser, hier 0,6 mm, sind anzupassen an die Ameisengröße. Ein etwas Größeres zur Befüllung des Wassertanks.
Verklebt mit einer feinen Metallgaze können seitliche Bohrungen zusätzlich hilfreich für die Belüftung sein. Ebenfalls als spätere Erweiterungsmöglichkeiten. Mit weiteren Holznestern, in der beschriebenen Fertigungsart die gegengestellt werden, lässt sich einfach ein modulares Nestsystem aufbauen. Müsst Euch dafür nur eine geeignete Befestigung einfallen lassen. Ihr habt keine Bohrmaschine oder Lochkreisbohrer! Macht nichts, es geht noch einfacher.
Holznest für Ameisen
Wie schon gehabt, eine Sperrholzgrundplatte oder Holzplatte, auf die zugeschnittene Holzleisten geklebt werden. Verschieden breite Holzleisten bringen vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Die Tiefe der Nestkammern ergibt aus der Dicke der Holzleiten. Zugegeben nicht besonders ästhetisch, zweckmäßig allemal.
Eine problematische Thematik, die Befeuchtung eines Holznestes. Die Möglichkeiten Holznester zu befeuchten unterscheiden sich nicht von dem was bei aus Gips, Ytong, Beton gefertigten Nestern praktiziert wird. Aufquellen, reißen, verziehen, durchknabbern, vergammeln, Schimmel sind Gegebenheiten, die es gilt zu beachten und im Auge zu behalten.
Holznest für Ameisen
Masserungen, verlauf der Holzfasern führen zu unterschiedlichen Verteilungen von Wassergaben. Ein gegensätziger Faserverlauf im Sperrholz begünstigt eine bessere Verteilung. Hier zu sehen am Beispiel des beschriebenen Holznestbaus.
Wünsche viel Spaß beim Bau eines Holznestes