Camponotus ligniperda

Camponotus ligniperda

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[Der Gattungsname dieser Art wurde mehrfach revidiert, ligniperda, ligniperdus, ligniperda.]

Sehr große, einheimische Ameisen die zur Familie der der Formicidae gehören.
Subfamilie Formicinae (Schuppenameisen)
(Z. B. Lasius und Formica gehören auch dazu)

Einige Arten dieser Subfamilie, können bei Bedrängnis/Gefahr Ameisensäure abgeben, Camponotus ligniperda gehören dazu.
(für Allergiker zu beachten, zudem kann die Säuere zu Hautverätzungen führen)

Sie lieben sonnige, überwiegend freie Habitate (Waldränder, offene Bereiche), wo sie unter Steinen oder Totholz ihre Nester anlegen.
Zu finden sind sie in ganz Deutschlang und Mitteleuropa.
Eine höhere Nesttemperatur, ca. 24°C ist vorteilhaft für eine gute Entwicklung.
Etwas Nestfeuchtigkeit ist dringend erforderlich
Für die Anlage (Arena) reicht normale Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit.

Zu beachten
Je höher die Haltungstemperaturen, umso schneller durchlaufen sie ihren jährlichen Entwicklungszyklus.
Im Klartext, kann sich durchaus so entwickeln, das sie Anfang Juli schon wieder mit der Nachwuchsaufzucht aufhören.

Was sie besonders interessant mach, ihr Körperbau, der in der Fachsprache als polymorph bezeichnet wird
Bild Sehr schön gezeichnete Mojorarbeiterinnen, die eine Größe von 12 – 14 mm erreichen können.
Allerdings gibt es überwiegend kleinere Arbeiterinnen, 7 – 12 mm
Was letztendlich wird, wie immer in der Ameisenhaltung, die vorhandenen Bedingungen machen den Unterschied.

Am Anfang der Haltung steht eine Königin, die selbstständig, ohne jegliches Futter, in einer kleinen Kammer gründet.
In der Fachsprache wird das als „claustral“ bezeichnet.
Wie oftmals in der Haltung üblich, erfolgt die Gründung in einem Reagenzglas.
Bild (12 mm Innendurchmesser sind angebracht)

Die Art lebt mit nur eine begatteten Königin (Monogyn).
Die Königinnen dieser Art sind richtig große,schöne Tiere.
Bild 16 - 18 mm, das hat schon was und ermöglicht später, in einem größeren Volk, die Königin zu sichten.

Anfang Mai bis Ende Juni lohnt es sich, nach Königinnen dieser Art zu suchen, da ist Schwarmzeit angesagt.
Allerdings sollten die Königinnen Bild keine Flügel mehr haben.
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, das diese nicht begattet sind.


Entwicklungszeiten/Entwicklung:
Jetzt wird es schwierig!
Passt alles sind sie einfach in der Haltung und könnten auf für Anfänger empfohlen werden.
Könnten!
Es braucht seine Zeit, vom Ei bis zum Schlupf einer Arbeiterin grob 35 – 50 Tage.
Je nach Nesttemperatur variiert diese Zeit deutlich.
Neben Geduld ist in der Gründungskammer eine passende Feuchtigkeit erforderlich, sonst überleben die Larven nicht und werden aufgefuttert.
Königinnen in der Gründungszeit, mit Kohlenhydraten (Zuckerwasser, Honig) zu füttern führte zu negativen Beobachtungen.
Derartiges Futter wurde überaus gerne angenommen, mit dem Resultat, das Larven die sich verpuppt hatten, gleich wieder aufgefuttert wurden.

Die Metamorphose von der Larve zur Ameise ist bei dieser Art nicht zu beobachten.
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Larven legen einen Kokon an und ab dann ist nichts mehr zu sehen, bis die Ameise schlüpft.

Winterruhe:
Camponotus ligniperda helfen ihrem Halter, den richtigen Zeitpunkt zur Einleitung der Winterruhe zu finden.
Sie hören selbstständig auf, Nachwuchs aufzuziehen (endogener Rhythmus).
Die Königin stellt ihre Eiablage ein, Larven wachsen nicht mehr.
Sobald die letzten Puppen geschlüpft sind, geht es los mit der Winterruhe.
Die kann bei dieser Art durchaus, zumindest Zeitweise, auch bei minus Temperaturen erfolgen.
Für eine erfolgreiche Haltung sind tiefere Temperaturen dringend erforderlich, wie auch eine ausreichende Winterruhelänge.
Fünf Monate sind durchaus angebracht.
Raumtemperatur, auch abgesenkt ist unpassend.
Sie brauchen richtig tiefe Temperaturen, in Bereichen die an die 0°C gehen, kurzzeitig auch darunter.
Ein Kühlschrankmit um die 5 °C geht notfalls auch.

Futter:
Fliegen, Mücken, Spinnen, Schaben, Heimchen, Mehlkäferlarven und Puppen.
Dohnenlarven und Puppen der Honigbiene.
Zuckerwasser, Honigwasser.
Futtertiere müssen tot sein, zumindest bewegungsunfähig.

Unterbringung:
Nester gefertigt aus Gips, Ytong, Sand/Lehm, Erde, sie machen alles mit.
Kork geht auch.
Für eine gute Entwicklung sind leicht feuchte Nestbereiche und eine gute Belüftung erforderlich.
Arena (Glasbecken, Plastikbehälter) ohne jegliche Einrichtung, machbar.
Besser ein Gipsboden, festes Sand/Lehmgemisch, feiner Kies, Holzgranulat,Gegenstände aus der Natur.
Klima, mittelwarm, trocken, Raumluftfeuchtigkeit das passt.

Ausbruchsschutz:
Camponotus ligniperda sind flink auf den Beinen an Glasflächen hoch zulaufen bereitet ihnen eher Freude als Probleme,
was eine Absicherung der Arena-Oberkannte dringlichst erforderlich macht.
(Deckel, Paraffinöl, Talkum, PTFE)

Mein Haltungsbericht zu dieser Art ist hier nachzulesen


Auch hier der Hinweis, gelingt die Haltung ist mit sehr vielen Ameisen zu rechnen.