Messor barbarus mit wenigen Ameisen lässt es sich gut anfangen

Benutzeravatar
Wolfgang
Administrator
Beiträge: 28
Registriert: Di 18. Okt 2016, 20:16

Messor barbarus mit wenigen Ameisen lässt es sich gut anfangen

Beitragvon Wolfgang » Mi 29. Mär 2017, 13:41

Ein kleines Volk 5 Wochen nach der Winterruhe.
Etwas 20 Arbeiterinnen die ganz ohne Brut überwintert hatten.

Messor barbarus Kleinvolk.jpg

Alles was an Brut vorhanden ist, aufgezogen aus Eiern die von ihrer Königin gleich nach der Winterruhe gelegt wurden.

7 Wochen nach der Winterruhe
Ein paar kleinere Majorarbeiterinnen sind auch schon geschlüpft.

Messor barbarus Kleinvolk _1.jpg

Diese ziehen sie ab etwa 20 Arbeiterinnen auf.
Das funktioniert allerdings nur mit einer guten Futterversorgung und dazu gehören auch Insekten.
Das sie keine Insekten brauchen ist eine Fehleinschätzung.
Durfte abgeleitet sein aus Zeiten wo sie keinen Nachwuchs aufziehen und dann auch keine Insekten annehmen.
Nachwuchsaufzucht lässt sich bei dieser Art nicht alleine aus dem Vorhandensein von Larven ableiten.
Falsche Temperaturen oder Feuchtigkeiten, können dazu führen, dass sie die weitere Aufzucht ihrer Larven vorübergehend oder ganz einstellen.

Angefangen hat es letztes Jahr so.

Messor barbarus Junkönigin.jpg

Bekommen hatte ich die Königin in einem Reagenzglas.
Sie dachte nicht daran Eier zu legen, vielmehr beschäftigte sie sich mit dem Stopfen.

Zerlegter Stopfen.jpg

Da ihr sichtlich die Unterbringung im Reagenzglas nicht zusagte, musste sie in ein kleines Gipsnest umziehen.
Reagenzglaser sind eine praktische Gründungsunterkunft, allerdings ist es auch immer ein Glücksfall, den Stopfen zum Wassertank richtig hinzubekommen.
Messor barbarus Königinnen reagieren schnell auf nicht passende Feuchtigkeiten.
Ein Gipsnest hat da einfach mehr Möglichkeiten um Feuchtigkeit zu verändern.

Nachdem sie jetzt so richtig in die Puschen gekommen sind, wird es dieses Jahr sicherlich noch viel Zuwachs geben.



Messor barbarus, so lange wie jetzt schon über diese Art geschrieben wird, ist sie wohl als „universal Ameise“ zu sehen,
die stätig ihren Reitz ausgebaut hat.

Dafür gibt es Ansätze mehr als genug um Erklärungen abzuleiten.
Wie wäre da die Vielfalt an Größen und Aussehen der von dieser Art aufgezogenen Arbeiterinnen?

Der Fachbegriff dafür "Polymorph"
Bei Messor barbarus besonders ausgeprägt zu beobachten, passende Haltungsbedingungen vorausgesetzt.

Benutzeravatar
Wolfgang
Administrator
Beiträge: 28
Registriert: Di 18. Okt 2016, 20:16

Messor barbarus mit wenigen Ameisen lässt es sich gut anfangen

Beitragvon Wolfgang » Fr 14. Apr 2017, 18:38

Es läuft nicht richtig rund.
Nachdem sie nach der Winterruhe richtig gut durgestartet sind, klemmt es jetzt Irgendwo.
Einige Arbeiterinnen sind geschlüpft, auch einige kleinere Majorarbeiterinnen und wie zu sehen, ein paar dicke Larven und ein paar Puppen.

Messor barbarus _1.jpg
Messor barbarus _2.jpg

Ansonsten ist Ebbe in der Kiste (Nest), gibt nur wenige weitere Larven.
Muss jetzt an den Haltungsparametern schrauben.
Erster Ansatzpunkt, die Nesttemperatur muss rauf, denke da an ca. 28°C.
Möglicherweise bin ich einfach auch nur zu ungeduldig.

Hier eine Gesamtansicht ihres kleinen Gipsnestes, wobei „klein“ nach Ansicht einiger Halter, für ein so kleines Volk wohl eher als zu „groß“ zu sehen ist.

Messor barbarus _3.jpg

Messor barbarus und auch andere Arten kommen damit durchaus klar.
Der Feinkies im Nest, sie haben ihn selber eingetragen.

Benutzeravatar
Wolfgang
Administrator
Beiträge: 28
Registriert: Di 18. Okt 2016, 20:16

Messor barbarus mit wenigen Ameisen lässt es sich gut anfangen

Beitragvon Wolfgang » Fr 19. Mai 2017, 11:38

Die Durststrecke ist überstanden, jetzt sind sie wieder gut in der Weiterentwicklung.
Schuld hatte ihr Halter, war zu geizig mit der Heizung.
3°C mehr Nesttemperatur und schon es läuft wieder.

Messor barbarus 19.05.2017_2.jpg
Messor barbarus 19.05.2017_1.jpg

Messor barbarus 19.05.2017_3.jpg

Langsam schlüpfen auch immer mehr größere Arbeiterinnen.
Sind noch nicht die richtig großen Majorarbeiterinnen, schön anzugucken trotzdem.
Auch dürften sie jetzt auch größere Körner klein bekommen.

Benutzeravatar
Wolfgang
Administrator
Beiträge: 28
Registriert: Di 18. Okt 2016, 20:16

Kleine Zwischensequenz

Beitragvon Wolfgang » Mo 26. Jun 2017, 22:38

Gründungen sollen schwierig sein?

Ab und an in den Foren nachzulesen, Messor barbarus sollen in der Gründung nicht unproblematisch sein.
Aus nicht nachvollziehbaren Gründen, bringen Königinnen es nicht fertig, Nachwuchs aufzuziehen.
Auch nachzulesen, das es sich dabei um nicht begattete Königinnen handeln könnte.

Es ist wie immer in der Ameisenhaltung, die Bedingungen müssen passen, sonst ist ein Ameisenleben unmöglich.
Das durchgehend, zwischenzeitliche, wenn auch kurzeitige Abweichungen, können eine derartige Schädigung nach sich ziehen, dass es nichts mehr wird.

Was kann schieflaufen?
Im Wesentlichen sehe ich zwei Möglichkeiten.
Kurzzeitige Überhitzung des Nestbereiches oder fehlende Feuchtigkeit.

Wie geht das?
Überwiegend werden Königinnen in einem Reagenzglas gehalten und wie nachzulesen, brauchen diese es warm.
Fehlt die passende Wärme oder wird zu viel beheizt, geht die Gründung daneben.
Raumtemperaturen unter 24°C reichen nicht und mehr als 26°C sind nicht angebracht.
Ein Reagenzglas mit einer Lampe angestrahlte gibt keinerlei Kontrolle, das es nicht zu einer Überhitzung kommen kann.

Messor barbarus sollen es fertig bringen, ihr Nest selbst zu befeuchten, für eine erfolgreiche Haltung, vergesst diesen Blödsinn lieber.
Gründerköniginnen brauchen Feuchtigkeit in ihrem Nest, sonst wird es nichts.
Leider ist ein Wassertank keine Garantie dafür, das ausreichende Feuchtigkeit vorhanden ist.
Der trennende Wattestopfen zwischen Nestraum und Wassertank ist der Knackpunkt.
Einfach einen Stopfen reinzutüdeln, kann richtig daneben gehen, der muss schon so konstruiert sein, das genügend Feuchtigkeit in den Nestbereich kommt.
Es geht nicht nur darum, dass die Königin an der Watte trinken kann, es muss ein passendes Mikroklima entstehen.
Das geht natürlich nur, wenn das Reagenzglas einen lockeren Verschlussstopfen hat.
Irgendwelche Fütterungsversuche, wie mitunter nachzulesen, zerstören das Mikroklima und bringen überhaupt nichts.
Ein unpassender Trennstopfen zum Wassertank, sowie ein unpassender Reagenzglasverschlusstopfen gehen auch daneben.
Von zu wenig Feuchtigkeit bis hin zu Kondenswasserbildung und Schimmel, können Folgen sein.

Hat die Königin es geschafft, ihren ersten Nachwuchs aufzuziehen, ist es erforderlich das Reagenzglas zu öffnen.
Einfach so, bleibt das nicht ohne Folgen, die Nestfeuchtigkeit muss erhalten bleiben.
Sie ziehen sonst erfolgreich keinen weiteren Nachwuchs auf.
Nur ein kleines Loch als Reagenzglasöffnung oder entsprechende Feuchtigkeit in der Box, in dem das Reagenzglas liegt, hilft.

Wie soll das gehen?
Das Reagenzglas kann mit Erde größtenteils verschlossen werden, auch ein Strohhalmstück durch den Reagenzglasverschlussstopfen, sind Möglichkeiten.
Auch machbar, eine Boxabdeckung und Wassergaben in die Box.
Dabei nicht vergessen, ausreichende Belüftung muss sein.
Ganz besonders wichtig, all diese Maßnahmen müssen durchgehend wirken, vorhanden sein.

Fortsetzung folgt

Benutzeravatar
Wolfgang
Administrator
Beiträge: 28
Registriert: Di 18. Okt 2016, 20:16

Messor barbarus Königinnen Rettung

Beitragvon Wolfgang » Mi 12. Jul 2017, 09:19

Wie nicht selten nachzulesen, gelingen Gründungen mit Messor barbarus Königinnen nicht immer.
Soll sogar schwierig sein und schon mal daneben gehen.
Königinnen bekommen einfach keinen Nachwuchs aufgezogen, vorhandene Eier, Larven Puppen verschwinden wieder.
Nach derart misslungenen Versuchen, hören die Königinnen auf neue Eier zu legen, leben durchaus noch längere Zeit bist sie versterben.

Königinnen die keine Gründung hinbekommen, kann geholfen werden.
Voraussetzung sie sind gesund und begattet.

Gebraucht wird ein anderes Messor barbarus Volk, das kleine Arbeiterinnen spendet,
das kann durchaus ein älteres, größeres Volk sein.

Kleinere Arbeiterinnen dieser Art ohne eigene Königin sind kaum bis gar nicht aggressiv gegenüber einer anderen Königin.
Jungköniginnen ebenfalls nicht.

Mit folgendem Ablauf ist es mir mehrfach gelungen, gescheiterten Königinnen doch noch zu einem Volk zu verhelfen.
Die Königin kommt in ein Reagenzglas mit Wassertank.
Aus dem Spenderfolk werden ca. 10 kleinste Arbeiterinnen entnommen.
Diese kommen für ca. eine Stunde in den Kühlschrank.
Diese Maßnahme ist hauptsächlich gedacht, die Hektik und den Bewegungsdrang dieser Ameisen zu unterbinden.
Sie lassen sich dadurch einfach in das Reagenzglas mit der Königin kippen.
Das Reagenzglas wird verschlossen und abgedunkelt, bei Raumtemperatur, 2 Tage gelagert.
Danach, mit einer kleinen Öffnung im Verschlussstopfen, in eine vorbereitete Anlage gelegt.
Soll das Volk gleich noch weiter gepusht werden, ist ein kleineres Nest mit in die Anlage zu stellen.
(Derartige Nester fertige ich aus Gips, die Kammern sind mit Lehm ausgestrichen)
Gleich nachdem sie in der Anlage sind, können aus dem Spendervolk,
ohne weitere Maßnahmen wie z. B. runterkühlen, weitere Ameisen in die Anlage gesetzt werden.
Das dürfen jetzt durch aus größere sein.
Nicht die ganz Großen, die passen noch nicht in so eine kleine Gemeinschaft.
Was an weiteren Arbeiterinnen dazu gegeben wird, unterliegt theoretisch keiner Grenze.
Die Arbeiterinnen müssen nur gleich dazu gegeben werden.
Ein paar Tage später erkennen die zugesetzten Ameisen ihre Schwestern nicht mehr als ihr Volk.
Irren in der Anlage herum und versuchen zu flüchten, auch werden sie dann von den anderen Ameisen angegriffen.

Dieses Verfahren lässt sich auch anders herum anwenden, zur Rettung von Völkern deren Königin gestorben ist.

Grüße Wolfgang


Zurück zu „Messor barbarus“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast