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Acromyrmex spec.  Update 16.07.2008

In den letzten Tagen sind erste Geschlechtstiere zu beobachten.

                                  
Wirklich schöne Tiere, hoffe das es mit meiner mageren Fototechnik halbwegs rüber kommt.

                  
Junge Königinnen, die nicht lange zu leben scheinen, was ich davon halten soll, ist mir noch nicht klar?
Die Ameisen tragen viele tote Königinnen herum in Richtung Müllbecken, die sie zum Teil schon zerlegt haben.
Königinnen die sich nicht in den Pilzbecken aufhalten werden teilweise attackiert.
Männchen konnte ich keine beobachten, mir ist auch nicht bekannt, ob eine Kolonie beide Geschlechter aufzieht.

Zurzeit sieht es so aus, als wenn die Arbeiterinnenanzahl stagniert und die Kolonie in etwas
ihren Maximalstand erreicht hat.
Auf vier Becken haben sie Ihren Pilz verteilt, eins davon zusätzlich als Futterbecken genutzt.
Nicht ganz freiwillig aber anders geht es nicht, haben sie sich ja selber eingebrogt.
Ein Becken mit einem kleinen Müllberg, hauptsächlich genutzt zum Rumlungern.
Ein Abfallbecken und ein kleines Trinkbecken mehr brauchen sie zurzeit nicht.
Den in der Vergangenheit immer wieder zu beobachtende sprunghafte Bevölkerungsanstieg
gibt es nicht mehr.

Planungen und angefangene Erweiterungen habe ich erst mal auf Eis gelegt, mal schauen, was noch kommt?

Die Gier nach Grünzeug dieser Ameisen kennt keine Grenzen, sie hören nicht eher auf zu schneiden, bis nicht alles verputzt ist.
Ameise an Ameise geht es durch das Rohrsystem und Blatt um Blatt verschwindet.
Dabei gehen sie ökonomisch vor, suchen sich die kürzeste Strecke zum Pilz, den sie gerade bevorzugt mit Grün versorgen.
Es macht ihnen dabei auch nichts aus ihre Fracht durch ein anderes Pilzbecken  zu transportieren, Hauptsache der Weg ist kurz.
Das ist allerdings kein starres System, führt reichliche Blättergabe zum Stau auf den kurzen Wegen, finden sich auch viele Ameisen,
die ohne Verdruss die langen Wege laufen.
Ein Gewusel das auf den ersten Blick wie ein ungeordnetes Durcheinander erscheint.
Genauer betrachtet, effektiv und zielstrebig.

In meiner Anlage haben sich ein paar Schwachstellen herausgestellt.
Das Silicon für diese Ameisen auf Dauer kein Hindernis ist, habe ich schon geschrieben,
genauso wie Fette, Öle, Talkum oder PTFE.
Es helfen nur dichte Deckel mit einem wirkungsvollen Belüftungssystem.
Dazu braucht es Lüfter und eine gute Regelung.
Leider haben diese Ameisen keinen Sinn für Technik und mir das Kabel zum Feuchtesensor, der sich im Becken befindet, durchgeknabbert.
Gab reichlich Durchzug, bis ich den Fehler bemerkte.
Heute sind die Kabel in Schläuchen verlegt, bin gespannt, wie lange sie brauchen, um die Sensoren zu zerlegen.
Wo ich anfangs nicht drauf gekommen bin, sind sie doch hervorragende Kletterkünstler selbst auf Glas,
so wie sie in größerer Anzahl den gleichen Weg nehmen, kommt es an steileren Stellen zum Kollaps.
Tragen sie dabei noch Blattstücke, geht eine Zeit lang gar nichts mehr, im dichten Kneul purzeln sie herunter.
Beheben konnte ich das nur durch Kletterhilfen.
Anfangs habe ich dazu Holzstäbe verwendet, hat mir richtig viel Freude eingebracht,
dauert nicht lange und ich musste wieder ran.
Ob sie das Holz auch für den Pilz gebrauchen konnten, kann ich nicht sagen, jedenfalls wurden
die Holzstäbe einfach abgeknabbert.
Die heutigen Klätterhilfen sind aus Kunststoff oder richtigen Hartholz.

Weiter zeigte sich, der Durchmesser meiner Rohre hätte größer sein können.
Leider habe ich mich durch Gelesenes verleiten lassen, wo geschrieben stand, dass sie auch Pilz in das Rohrsystem bauen,
wenn der Durchmesser zu üppig ist.
Sie bauen Pilz in Rohre, sind dabei allerdings so geschickt das immer ein Weg vorbei führt.
Ergibt es sich das der nicht reicht, tragen sie einfach den Pilz wieder ab und das geht erstaunlich schnell.

Eine weitere Schwachstelle sind die Beckenböden, Glas alleine führt dazu das sich am Boden Wasser sammelt,
mit dem was die Ameisen dort reinwerfen gibt es ein schönes Gemansche.
Für das Wasser müsste ein Ablauf her, zur Unterstützung noch ein schräger Boden.
In der Theorie einfach, in der Praxis wohl unlösbar?
Gibt sehr viele kleine Arbeiterinnen im Pilzbereich die nicht mal die Größe der Pygmäen der Gründungsphase haben.
Bei Löchern durch die diese nicht passen, läuft auch kein Wasser.

01.08.2008
Das warme Wetter mit Temperaturen um die 30°C bei mir im Raum ist zu viel für diese Ameisen.
Innerhalb von 2 Tagen ist ca. 40% des Pilzes abgestorben, erhöhte Ameisenverluste sind nicht zu beobachten.
Schon bevor das Absterben von Pilzteilen sichtbar wurde, haben die Ameisen einige Puppen und Larven ins Rohrsystem ausgelagert.
Ein Verhalten das Ich bei vergangenen Wärmeperioden auch schon beobachten konnte
und als Vorwarnung für Pilzschädigungen gesehen werden könnte.
Die Anlage in einen kühleren Raum (z. B. Keller) zu stellen ist nicht möglich.
Rohrverbindungen zu lösen und Beckenteile einzeln zu transportieren, das war einmal.
Die vielen ausbrechenden Ameisen, keine Chance mehr die wieder einzufangen.

Durch den Pilzschwund fehlen den Ameisen Lagerkapazitäten für ihren Nachwuchs,
mit der Folge das Rohrsystem wurde noch voller gestopft.
Nachdem ich auch noch einen Zimmerventilator aufgestellt hatte, ging an einigen Stellen des Rohrsystems gar nichts mehr.
Dort wo der Luftstrom auf das Rohrsystem trifft, lagerten sie noch zusätzlich Pilzteile.
                                                          
Na gut müssen sie halt sehen wie sie damit zurechtkommen.
Der Pilzschwund ließ sich durch den Ventilatoreinsatz nicht stoppen.
Woher sollte das auch kommen, so ein Ventilator bewirkt nur Luftbewegung, an der Temperatur ändert sich nichts.

Kaum noch Schneidetätigkeit zu beobachten, dafür übermäßiges Gedränge an der Zuckerwassertränke.
Zudem musste ich zweimal das Abfallbecken leeren, trotz der Wärme sorgen die Ameisen weiterhin dafür das abgestorbene
Pilzteile auf den Müll kommen.

Da es mir nicht möglich ist die ganze Anlage zu kühlen und die Aussicht bestand, das der Pilz komplett verloren geht,
Versuche ich zurzeit ein Pilzbecken durch Umstellen mit Kühlakkus in der Temperatur abzusenken.
                            
Ist mühselig, bei der Wärme müssen die Akkus öfters erneuert werden.
Rechts im Becken der Rest des Pilzes, der mal fast das ganze Becken gefüllt hat.
Während der Pilzschwund in den anderen Becken dramatisch weiter geht, ist im gekühlten Becken eine Stabilisierung eingetreten.
Mehr noch, die Ameisen tragen wieder Grünzeug in das Becken und sind dabei den schon vorhandenen Pilzverlust neu aufzubauen.
Wesentlich ist es im Augenblick, den Ameisen ein möglichst großes Pilzstück für den Neuaufbau zu erhalten.
Wie in der Vergangenheit beobachtet sind diese Ameisen bei reichlicher Blattmasse in der Lage in kurzer Zeit einen großen Pilz aufzubauen.
Die Arbeiterinnen selber leben zurzeit von Zucker- und Honigwasser, was aus den hungrigen Larven wird, kann ich nicht sagen.

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