Hier stelle ich Euch kurz meine Pheidole vor.
    Pheidole pallidula eine Art die aus Südeuropa kommt, es sehr warm liebt, nur wenig Ansprüche an die Haltung stellt.
    Die sich sehr schnell vermehrt, immer hungrig ist und wegen ihrer geringen Körpergröße einen guten Ausbruchsschutz benötigt.
    Eine weitere Besonderheit dieser Art, sie haben eine Soldatenkaste.
                                                      

    Hier leben sie.
     
    Das Becken hat einen zweiten Boden, im unterem Teil befindet sich das Gipsest,
    selbst gegossen in einer Form aus Holzt und Styropor.
    Dahinter angeordnet der Wassertank, gefüllt mit Seramis.
    Besonders feucht brauchen sie es nicht, kommen gut mit einem trockenen Lebensraum zurecht.
    Im oberen Teil die Arena.
    So ist es möglich in einem Becken, Nest und Auslauf für die Ameisen unterzubringen.
    Das Becken besitzt einen Kunststoffdeckel in dem ich die Öffnungen für Fütterungen und Eingriffe eingearbeitet habe.
    Die Öffnungen sind mit PTFE abgesichert, für die ich auch noch Abdeckungen mit Metallgaze habe.
    PTFE ist für diese Art nur mit besonderer Vorsicht brauchbar, wird die Luftfeuchtigkeit im Becken höher,
    so ab 80%rel verliert es für die Ameisen an Wirkung.
    Sie laufen einfach drüber, würde mich interessieren,
    wie sie so schnell eine Ausbruchsmöglichkeit den anderen Ameisen mitteilen.
    Für die kleinen Öffnungen brauche ich nur einen kleinen Teil der Anlage mit Schmierkram absichern.
    Die Deckel sind nötig, sie ziehen schon früh sehr viele, flinke Geschlechtstiere beiderlei Geschlechts auf.
    Diese versuchen in den späten Abendstunden abzufliegen.
    Für die Beleuchtung verwende ich 12V/20W Hg- Lampen, die gleichzeitig als Tagesheizung wirken.
    Verklebungen mit Silikon fressen sie durch, wenn diese dicker als der Durchmesser eines Ameisenkörpers sind.
    In Scharen rücken sie an und geben nicht eher auf, bevor sie in Freiheit sind.
    Also geht mit Überlegung an die Planung und den Bau der Anlage, wenn Ihr diese Ameisen halten wollt.
    Bei einer großen Kolonie sind locker mal Hunderte von Ameisen unterwegs wenn sie eine Möglichkeit geschaffen haben,
    ihren Lebensraum zu erweitern.
    Sie benötigen sehr viele Insekten um sich gut zu vermehren und das geht bei üppigen,
    abwechslungsreichem Futter verdammt schnell.
    Hier ein Ausschnitt der Nestkammern, viele Larven und Puppen, die dazu führen das sie sich schlagartig vermehren.
                              
    Auch in Gefangenschaft entwickeln sie sich zu sehr großen Kolonien mit vielen Tausend Ameisen
                       
    Hier habe ich in einem Zusatzbecken Zuckerwasser angeboten
          
    Auf verdünnten Honig oder Sirup stehen sie genau so, Hauptsache Kohlehydrate.
    Bei kleinen Kolonien ist der Bedarf an Kohlehydraten noch nicht so ausgeprägt,
    das änderst sich bei größeren Kolonien kräftig.

    Auch sehr gut zu sehen, die Soldaten sind mit dabei das Zuckerwasser einzutragen.
    Ganz deutlich zusehen am prallen Gaster
    Das die Soldaten gefüttert werden müssen und so bei Problemfällen die Kolonie belasten,
    trifft bei Pheidole pallidula nicht zu, sie versorgen sich selber.
    Tragen selbst für die Kolonie Insekten und Kohlehydrate mit ein.
    Wie es manchmal zu lesen ist, die Soldaten aus der Kolonie zu entfernen,
    wenn es bei einer kleinen Kolonie nicht läuft, ist nur ein weiterer
    Schritt, der den Untergang der Kolonie beschleunigt.
    Die Soldaten sind ein wichtiger Teil in der Kolonie, der aktiv mit wirkt um die Kolonie voranzubringen.
    Sie sind nicht nur zur Verteidigung und zur Zerteilung größerer Insekten vorhanden, das bekommen die kleinen,
    normalen Arbeiterinnen genau so hin.
    Das in Problemfällen die Soldaten entfernt werden müssten, wie es leider immer wieder zu lesen ist,
    nur eine Verallgemeinerung abgeleitet aus der Pheidologeton diversus Haltung.

    In der Gründungsphase nehmen sie gerne kleine Fliegen, größerer Insekten zerteilt, das geht auch.
    Seit nicht enttäuscht, das so eine kleine Kolonie nur wenig Futter nimmt,
    ich kann Euch versprechen, das ändert sich noch.
    Größere Kolonien verputzen so Einiges und sie sind nicht besonders wählerisch.
    Sie sind gute Jäger, erbeuten auch Insekten die um ein Vielfaches größer sind als sie selber.
    Ob lebende Insekten oder tote ist egal, wird plattgemacht.
                  
    Mehlwürmer sind auch kein Problem und können für eine große Kolonie als Hauptfutter eingesetzt werden.
                                       
    Und natürlich Fliegen.
                 

    Kleine Räuber, die auch mit größerer Beute umgehen können.
                        
    Was ihnen an Körpergröße fehlt, gleichen sie mit vielen Arbeiterinnen aus.
    Zusammen transportieren sie auch größere Beute, falls das auch nicht gelingt, zerlegen sie vor Ort.
      

    Ganz wichtig, für eine gute Entwicklung brauchen sie auch kleinere Körner wie z. B. Nachtkerzen- oder Grassamen.
    Hier habe ich ihnen aus meiner Bienenhaltung Drohnenbrut  angeboten.
    Die Drohnenbrut wird den Bienen regelmäßig entnommen um den Milbenbefall zu reduzieren.
    Für meine Ameisen ist das ein wertvolles Eiweißfutter.
      

    Sind schon Ameisen die mit ihrer einfachen Lebensart zu begeistern wissen.
    Soldaten treten bei dieser Art schon früh auf, schon so ab 30 Arbeiterinnen konnte ich die Ersten beobachten.
    Entscheidend für die Anzahl der Soldaten ist eine höhere Haltungstemperatur, über 25°C sollten es schon sein.
    In der Nacht kaum kälter.
    Bei normalen Zimmertemperaturen entwickeln sich diese Ameisen nicht besonders, ist vielleicht eine Möglichkeit
    die Anzahl der Arbeiterinnen niedrig zu halten, dabei besteht allerdings auch die Gefahr, wenn es übertrieben wird,
    das es nichts wird mit der Haltung von Pheidole pallidula..
    Für die Entwicklung der Soldaten ist weiter reichliches,  abwechslungsreiches Eiweißfutter nötig.
    Habe so eine Anteil von 30-40% an Soldatenameisen erhalten.
    So eine gute Versorgung mit optimaler Temperatur hat noch weitere Folgen, die ich nicht für gut halte.
    Sie ziehen schon früh und zudem reichlich Geschlechtstiere auf, Königinnen und Männchen in einer Kolonie
    Es gehört unbedingt ein Deckel auf die Anlage.
    Abends, so ca. 2 Stunden bevor das Licht aus geht, fängt das Specktakel an.
    Zu Hunderten kommen sie aus dem Nest, klettern auf alle Gegenstände die nach oben führen, auch die Scheiben der Anlage werden mit benutzt.
                      
    Emsig versuchen sie abzufliegen, was zu einem reichlichem Durcheinander führt, da sie nicht weit kommen.
    Sie geben nicht auf und setzen ihre Flugversuche fort bis spät in die Nacht.
                                                  
    Begattungsversuche, ungeflügelter Königinnen konnte ich nie beobachten.
    Die Aufzucht von Geschlechtstieren nimmt kein Ende, zudem leben diese noch lange.
    So nimmt das Gewimmel  von Tag zu Tag zu, sie lungern bald überall herum.
    Habe sie Anfangs ohne Winterruhe gehalten, die Aufzucht der vielen Geschlechtstiere veranlasste mich zum umdenken.
    Jetzt bekommen sie eine abgewandelte Winterruhe.
    Temperaturabsenkung bis auf ca. 17°C, kälter ist es bei mir im Keller nicht.
    Dazu Reduzierung des Insektenfutters bis auf 0.
    Honig und Zuckerwasser gibt es weiter so lange sie wollen.
    Sie hören  schnell mit der Aufzucht der Geschlechtstiere auf
    Nach 2 Monaten ist die Fastenzeit vorbei, die meisten vorhandenen Geschlechtstiere sterben in dieser Zeit.

    Leiter ist dieser abgewandelte Winter nicht von langer Wirkung, es geht bald wieder los mit der Geschlechtstieraufzucht.
    Ausbremsen konnte ich sie nur durch eine kühlere Haltungstemperatur (um 23°C) und Rationierung des Eiweißfutters.
    Ist aus meiner Sicht eine gute Maßnahme, um eine größere Kolonie unter Kontrolle zu halten.

    Eine Merkwürdigkeit am Rande, Ameisentanz um eine Lichtquelle
                             

    Sind unkomplizierte einfach zu haltende Ameisen, wobei durch ihre gute Anpassungsfähigkeit nicht klar ist,
    ob sie bei einem Ausbruch mit Königin in unseren Wohnungen überleben können?
    Sie sind nicht wählerisch, was ihr Futter angeht, frische Insekten, tote Insekten, Körner, Brötchenkrümel, sie können alles gebrauchen.
    Ob das reicht, um in unseren Wohnungen zu überleben?
    Besser ihr probiert es nicht aus und sorgt für eine sichere Unterbringung.
    Auch wenn die Kolonie noch klein ist und in einem Reagenzglas lebt.
                              

    Mit Betrübnis lese ich in den Foren auch Berichte, die das Ausbrechverhalten dieser Ameisen verharmlosen.
    Das kleinste Ritzen für diese kleinen Tiere ausreichen, um spazieren zu gehen, leuchtet noch ein.
    Das sie so Einiges durch knabbern auch noch.
    Fette, Öle, der übliche Schmierkram ist auf Dauer kein Hindernis und kann schon in einer Nacht überwunden werden.
    Alles was sie bewegen können packen sie rein, bis sie eine Brücke geschaffen haben.
    Selbst ihr Leben opfern sie dafür.
                         
    Zu sehen ist ein mit Paraffinöl abgesichertes Loch im Deckel.
    Ameise um Ameise bleibt dort stecken, bis ein Weg in die Freiheit geschaffen ist.
    Es handelt sich hier nur um eine kleine Kolonie mit ca. 1000 Arbeiterinnen,
    was bei dieser Art durchaus als wenig zu bezeichnen ist.
    Eine große Kolonie überwindet so einen Ausbruchsschutz schlagartig in wenigen Stunden.

    Sind ganz hervorragende Logisticker, nicht nur das sie in der Lage sind,
    schnell viele weitere Arbeiterinnen als Verstärkung herbeizubringen, als Team bekommen sie es hin,
    selbst größere Beute steile Wände oder Äste hinaufzuschleppen.
                    

       
    Das versuchen sie auch noch ein paar Nummern größer.
    Damit die Sache nicht zu einfach wird, besetzten gleich noch einige Arbeiterinnen das Insekt.
      
    Klar das diese Arbeiterinnen nicht auf der Beute sitzen, um den Transport zu erschweren.
    Sie versuchen ihre Beute zu sichern und geeignete Stellen zu finden, um mit beim Transport zu helfen.

    Kleine Ameisen die richtig Kraft haben und dazu noch viel Geschick.
    Hier balancieren wenige Arbeiterinnen eine viel größere
    und schwerere Königinnenpuppe (andere Art) einen dünnen Ast hoch, alle Achtung.
             
    So was gibt es auch oder sollte ich schreiben, dumm gelaufen?
           
    Das wäre nicht richtig, diese Tiere haben nicht die Intelligenz um so einen Engpass vorausschauend zu erkennen.
    Ist für sie der einzigste Weg zum Nest und so haben sie halt
    das Heimchen die Glaswand hochgeschleppt und versuchen es durch die zu kleine Öffnung zu bekommen.
    Was sie hinbekommen, ein Beutetier so auszurichten das doch noch, was vorangeht.
         

    Gründerkolonien, die ersten Arbeiterinnen sind empfindlich, schnell kann es da Tote geben.
    Auch kleine Kolonien, die versendet wurden, können in den ersten Tagen höhere Verluste haben.
    Jede Ameise zählt in dieser ersten Zeit um das Volk durchzubekommen.
    Schnell sind auch ein paar im Wasser, Zucker- oder Honigwasser ertrunken.
    In dünnflüssige Tropfen werden sie einfach reingesogen, an zähen Kohlenhydraten kleben sie fest.
    Eine brauchbare Möglichkeit diesen Ameisen Flüssigkeiten anzubieten ist eine Wattekugel.
    Selbst eine Soldatenarbeiterin kommt dort zum Trinken.
                                   

    Sind es keine Pygmäen mehr, geht es auch so.
                               

    Kleines Volk erhalten und schon Soldatenarbeiterinnen dabei,
    oder aus den mitgelieferten Larven und Puppen schlüpfen diese großen Tiere.
    Braucht euch nicht zu wundern, hat seine Gründe und schadet nicht.
    Gründerköniginnen werden gerne mit Puppen unterstützt, um ihnen die Gründung zu erleichtern
    und um mehr Königinnen durch die Gründungsphase zu bekommen.
    Auch sind so schnell größere Völker zusammengestellt.
    Da kann es vorkommen das auch Soldatenarbeiterinnenpuppen gegeben wurden.

    Abhängig von der Schwarmzeit, kann es sich schon lohnen, so eine Königin weiter zu halten,
    auch wenn die mitgelieferten Arbeiterinnen alle gestorben sind.
    Müssen ja nicht die Eigenen gewesen sein und kurz nach der Schwarmzeit erworben kann es eine Königin sein,
    die selber noch nicht gegründet hat, da ist dann noch alles drin.

    Wenn ihr euch diese Bilder anschaut, fallen euch zwei Dinge auf?
                              
    Viele Puppen und Larven, kaum Arbeiterinnen.
    Diese Art ist in der Lage mit wenigen Arbeiterinnen an das Hundertfache, bezogen auf die Arbeiterinnenanzahl, an Larven und Puppen aufzuziehen.
    Voraussetzung dafür, eine proteinhaltige Futterversorgung.
    Und da wird Einiges gebraucht, sie scheinen keine guten Futterverwerter zu sein, zerkleinert füllen Insekten ihren Müllhaufen.

    Verwunderliches?
    Muss nicht mal eine größere Kolonie sein, um merkwürdige Tonnen im Nest dieser Art zu sichten.
    Passt so gar nicht in das Nest dieser Art, wie ist das zu Interpretieren?
    Für Ersthalter vielleicht auch eine offene Frage, ist das, was ich da sehe normal, muss ich mir Sorgen machen?
              
    Nein braucht Ihr nicht, ist eine ganz normale Entwicklung bei dieser Art.
    Ist die Haltungstemperatur im Nestbereich so bei ca. 24°C oder mehr und eine gute Futterversorgung (Insekten) vorhanden,
    ziehen diese Ameisen auch schon bei einer Arbeiterinnenanzahl unter 500, Geschlechtstiere auf.

    Weiterer Blick in Nestkammern.
                 
    Zu sehen helle Arbeiterinnenpuppen die bis zum Schlupf noch ein paar Tage brauchen.
    Gelb bis braune Arbeiterinnenpuppen, die bald krabbeln.
    Dicke fette Larven, die sich zu Jungköniginnen weiter entwickeln.
    Und Jungköniginnenpuppen.

    Weiter sind diese Larven ein untrügliches Zeichen, die Haltungsparameter passen.
    Und nicht vergessen, falls es bei Euch nicht schon so ist, ab jetzt gehört ein Deckel auf die Anlage.
    Geschlechtstiere dieser Art sind überaus munter und flugtüchtig.

    14.10.2010
    Nicht alle Bilder sind von Pheidole pallidula, ein paar der Ergänzten sind von Pheidole indica.
    Die Haltungsbedingungen dieser Art sind gleich.
    Ihre Arbeiterinnen geringfügig größer.
    Sie sind robuster als pallidula mit einer deutlich geringeren Sterberate.

    Ein Heimchenbein auf Wanderschaft, nichts wird liegengelassen.
                  
    Habe sie das Beutetier weit genug vom Nest erlegt (langer Schlauchweg) nehmen sie nur das mit was sie gebrauchen können,
    Flügel werden dann einfach liegengelassen. 
    Sie sind überaus klevere Jäger die es verstehen Beutetiere zu erlegen, die um ein Vielfaches größer sind als sie selber.
    Beutetiere werden an Beinen, Fühlern, Flügeln gepackt und mit viel Kraft versucht am Boden zu halten.
              

    Sehr effektif, sie versuchen dabei ihr Beutetier auseinanderzuziehen.
    Verwunderlich wie gut sie sich bei zappelnder Beute mit ihren Beinen am Boden festhalten können.
    Ob es Erschütterungen sind die ein gefangenes Tier verursacht, oder ob sie sich mit Pheromonen verständigen,
    st beeindrucken wie schnell bei dieser Art, ander Arbeiterinnen kommen,
    mit anpacken um das was sie einmal erwischt haben, nicht mehr entkommen zu lassen.

    11.12.2010
    Königlicher Nachwuchs dicke, fette Larven.
         
    Hier sind sie schon ein Stück weiter, Puppen, die sich schon verfärben.
      
    Und hier geht es bald ab zum Schwarmflug.
           
    Pheidole ziehen schon früh, auch mit geringerer Arbeiterinnenanzahl, Geschlechtstiere auf.
    Da braucht Ihr Euch keine Sorgen machen.
    Ist ein Zeichen für Haltungsparameter, die passen und guter Pflege.

    Die Zukunft eines Ameisenvolkes.
               
    Hunderte von Eiern und kleinsten Larven, wie sie da bloß den Überblick behalten?
    Sollen ja alle groß werden und dafür dürfen sie keine vergessen zu füttern und zu pflegen.