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Myrmecia pavida weiter ab 04.11.2011
Alles was ich bis heute berichtet habe, es wiederholt sich. Wie in den letzten Jahren im November/Dezember, das gleiche Drama. Ist mir nicht gelungen, die alljährliche Geschlechtstieraufzucht wesentlich auszubremsen. Den Anfang machten Männchen.
Für einige von ihnen ist das Leben schon zu Ende.

Ein Trauerspiel ohne Gleichen, mir kommen Erinnerungen in den Sinn, all die vielen Geschlechtstiere des letzten Jahres, nächtliche Sitzungen um sie herauszufangen. Ne, keine Freude, so macht Ameisenhaltung überhaupt keinen Spaß. Und alles scheint sich dieses Jahr aufs Neue anzudeuten, mir bleibt auch nichts erspart.
Erst Männchen und etwas später die Damen.
Durstig sind diese Ameisen immer.
Diese Ameisen haben keinen sozialen Magen, was machen sie mit Flüssigkeiten? Ist nur meine Vermutung, sie geben diese durch Futtereier an Larven und Arbeiterinnen weiter.
Ist mir immer eine besondere Freude, ein Blick ins Nest, große Ameisen, die sich fürsorglich um ihren Nachwuchs kümmern.
[Auch bei YouTube]
Für ihre Larven geht eine Verpuppung nicht ohne Sand (feine Partikel). Ist mehr als wichtig das sie da Passendes angeboten bekommen, sonst endet es so.
Gerne nutzen sie feuchten Sand, um auf einem Schwung mehr Substrat einzutragen.
Video auch hier: http://www.youtube.com/watch?v=jiRJXFFz6yI
Das passt zudem noch besonders, ihre Larven brauchen eine feuchtere Umgebung beim Anlegen ihres Kokons.
"kleine Ameisen" ganz groß.
Ein Männchen
Eine Jungkönigin
16.12.2011 Zurzeit ist noch Schwarmzeit. Männchen, einmal aus dem Nest gehen sie nicht mehr zurück. Sie sind dann Selbstversorger und suchen nach flüssiger Nahrung.
Bevorzugt wird Zuckerwasser und Wasser. Gelegentlich gehen sie auch an Früchte, allerdings nur, wenn diese saftig und süß sind.
Dieses Jahr gibt es unzählige Männchen, nur wenige Jungköniginnen. Dafür schlüpfen nicht nur Geschlechtstiere, auch weiterhin Arbeiterinnen. Ist möglicherweise auf die Insektenreduzierung zu Beginn der Geschlechtstiereaufzucht zu rück zu führen.
12.01.2012 Ein Grund dafür, das diese Ameisen besonders gerne lebende Insekten annehmen liegt darin, dass sie damit eine kurzfristige Futterbevorratung machen können. Mit ihren Stichen töten sie ihre Beute nicht, diese wird nur gelähmt. Auch wenn das Gedränge vorm Nesteingang ein wenig ablenkt, schaut auf den Kopf und die Fühler des Heimchens.
Eine Merkwürdigkeit ihres Verhalten, die ich nicht deuten kann. Ist immer wieder zu beobachten, dass Arbeiterinnen um Sterbende oder gerade Gestorbene einen Kreis bilden. Dort längere Zeit verweilen und die Toten gelegentlich betrillern wie hier bei diesem Männchen.
 Myrmecia pavida Arbeiterinnen machen es sich einfach, legen Insekten einfach an ihre Larven und die müssen damit klarkommen.
Und die Aufgabe meistern sie bestens, wer will den schon verhungern. Überaus bewegliche Larven fressen Stück für Stück aus den Beutetieren.
17.01.2012 Ist zum Verzweifeln, auch unzählige Stunden Nachtwachen blieben erfolglos. Im Nest gibt es einige wenige geflügelte Jungköniginnen, die ich gerne fangen möchte. Sie kommen nicht aus dem Nest, jedenfalls nicht dann, wenn ich auf der Lauer liege. Zudem ist die Arena unübersichtlich geworden, gibt einfach zu viele Verstecke. Alles, was mir unterkommt, sind schon flügellose Jungköniginnen.
Ihre Jungköniginnen sind nicht immer deutlich größer als die größten Arbeiterinnen. Flügellos muss schon genauer hingeguckt werden. Klares Erkennungsmerkmal, die Reste ihrer abgebrochenen Flügel.
Und was auch immer Ihr in den Foren lest, wie z. B. Ameisenköniginnen reißen sich ihre Flügel aus, ist nicht mehr als Blödsinn. Gibt Bruchstellen, wo sie ihre Flügel abbrechen.
Die flügellosen Jungköniginnen sind überaus schnell und noch schneller verschwunden. Ab und an gelingt es eine zu erwischen, die ich für weitere Beobachtungen markieren.
Was haben wir denn hier?
Die Männchen von Myrmecia pavida sind richtig muntere "Kerle".
Zur richtigen Zeit hingeguckt, überaus interessant sie dabei zu beobachten, wie sie unermüdlich die höchsten Halme erklimmen, um eine gute Abflugposition zu finden. Und eitel sind sie, zwischendurch steht Fühlerpflege auf dem Programm. Sollten sie damit einen Hintergedanken haben? Immer gut darauf vorbereitet die Pheromone von schwärmenden Jungköniginnen zu orten und zu verfolgen.
Besonnte Plätze (Lampenlicht) nutzten Myrmecia pavida gern um Körperpflege zu betreiben, ausgiebig reinigen sie besonders ihre Fühler.
Oder hier: http://www.youtube.com/watch?v=BV5bxxQV-do&feature=player_embedded
16.02.2012 Manchmal überkommt es mich und ich muss sie ärgern. Ein Insekt am Ende einer Pinzette und damit in der Arena herumgestochert, das wird was geben? Irgendwie ignorieren sie mein Gebaren, scheint sie nicht besonders zu interessieren, was ich da veranstalte? Sieht so aus, als ob sie eher meine Pinzette gebrauchen könnten? Die Frage, die sich für mich stellt, ist die zappelnde Pinzette eher eine interessante Beute, als das tote, unbewegliche Heimchen?
Oder hier: http://www.youtube.com/watch?v=QM-kj0xW1K4&feature=player_embedded
01.03.2012 Ist nicht gerade selten die Beobachtung "Paarungsversuch"
Am späten Nachmittag werden die Männchen munter und versuchen zu schwärmen. Dabei erweisen sie sich als hervorragende Flieger. Läuft ihnen eine Jungkönigin über den Weg, geben sie alles, bis hin zur vollkommen Erschöpfung. Sie beißen und klammern sich fest, bis nichts mehr geht, am nächsten Tag ist es vorbei mit ihrem Leben. Leider bekommen sie keine Verpaarung hin, die Mädels wollen nicht.
Oder auch hier: http://youtu.be/lDMFMSUTywY
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