www.ameiseninfos.de

Messor  minor cf. maurus

Herkunft:                                           Gran Canaria.
Arbeiterinnen:                                   Ca. 4 bis 11 mm, viele Zwischenstufen
Königin:                                             Ca. 12-13 mm
Klima:                                                Sie lieben es warm und etwas trockener, 24-30°C, 50-65%rel
Färbung:                                             Bis auf einen schwarzen Abdomen sind sie rotbraun, alle Ameisen
Nahrung:                                            Kleinere Körner, tote Insekten, Früchte und wenig zuckerhaltige Lösungen
Entwicklungszeit:                               Gut 6 Wochen

Keine Winterruhe

Eine sehr muntere Ameise die in der Nacht noch aktiver ist wie am Tage.
_______________________________________________________________________________________________________

 

Bericht
Im Dezember 2005 ging es los, eine Königin mit ein paar Eiern im Reagenzglas geliefert.
Zurückgreifend auf gute Gründungserfahrungen mit meinen anderen Messorarten im Reagenzglas mit Erde
war es meine Überlegung, es auch mit dieser Königin so zu versuchen.
Die Frage war, ob sie noch umzieht nach dem sie schon die ersten Eier gelegt hatte?
Um es ihr zu erleichtern, arbeitete ich eine kleine Kammer in die Erdfüllung des neuen Reagenzglases mit ein.
Als Erde verwende ich solche mit hohem Humosanteil,
sie hält länger Feuchtigkeit und brauch nicht so oft nachbefeuchtet werden.
Auch ist es leichter für eine Königin darin zu graben.
Damit noch Platz für den Aushub blieb, kam ein größeres Reagenzglas zum Einsatz (18 x 2 cm).
Beide Reagenzglasöffnungen aneinandergelegt und mal sehen, was sich tut.
Zwei Tage später hatte sie sich eingegraben und ich konnte das alte Reagenzglas entfernen.
Wattestopfen vor und nun wohin damit?
Habe es kurzerhand auf ein anderes Becken gelegt, es ist bei mir im Raum selten kälter als 24°C und am Tage wurde das RG
durch die Wärme des Beckens mit temperiert.
Gelegentlich Kontrolle und nachfeuchten mehr konnte ich nicht für sie tun.
Die Entwicklungszeiten waren mir damals noch unbekannt, es half nur warten, das ist ja auch nichts Neues.
Sie legte noch weitere Eier, somit wurden es einige Larven und Puppen. Es schienen mir zu viele für eine Königin.
Hier hat ein erdgefülltes Reagenzglas auch einen Nachteil, die Einsicht ist nicht überall gegeben.
Konnte so ca. 15 Larven und Puppen zählen.
Anfang Februar war es so weit, meine Ungeduld wurde nicht weiter strapaziert, die ersten Arbeiterinnen waren geschlüpft.
Überrascht hat es mich das eine Königin, kleiner als bei barbarus, Arbeiterinnen aufgezogen hat
die so groß wie Myrmica rubra Arbeiterinnen waren und davon auch noch 8 Stück.
In der Zwischenzeit hatte ich ihnen ein kleines Glasbecken vorbereitet,
Boden aus Gips im vorderen Teil und hinten durch Kunststoffglas abgesperrt,
ein  Erdgemisch mit viel Lehm, in dem versuchte ich sie über die kritische Phase der Gründung zu bringen.

 
Auf Erde wollte ich nicht verzichten, versprach mir davon sie damit am Leben zu halten.
Eine Zeit lang beachteten sie ihre neue Freiheit nicht weiter, schleppten reichlich Erde aus dem Reagenzglas und Körner rein.
Es waren so circa 30 Arbeiterinnen und etwa doppelt so viele Larven und Puppen als sie sich meiner Entwicklungskontrolle entzogen
und sich in die Erde eingruben.


In diesem Reagenzglas haben sie lange gelebt, fast alles an Erde herausgetragen.
Gründlich sind sie nun mal, alles mitgenommen beim Umzug.
Es sind Ameisen, die keine Winterruhe brauchen und auch schon in ihrer geringen Anzahl,
mir durch ihre munteren Aktivitäten Freude bereiteten.
Anfangs waren sie reichlich scheu, trauten sich am Tage selten heraus, eher waren sie nachts unterwegs.
Es hat ihnen nicht geholfen, mit einer Taschenlampe konnte ich sie überraschen.
Allerdings reagierten sie richtig panisch auf meine nächtlichen Störungen, gefiel ihnen gar nicht,
dass ihnen da Jemand zuschaute.
Abhilfe schaffte eine rote Folie vor der Lampe, das rote Licht nahmen sie nicht war
und ich konnte sie ungestört bei ihren heimlichem Treiben beobachten.

Mit steigender Arbeiterinnenanzahl wurden sie mutiger,
auch sind ihre Bewegungen deutlich schneller als bei Messor barbarus.
Sie scheinen den Drang dazu zu haben, immer unruhig irgendwo umräumen zu müssen.
Anfangs interessierten sie sich nur für kleinere Körner (Grassamen, Nachtkerze und Samen verschiedener Wildpflanzen).
Später wurden auch frisch getötete Insekten für sie interessant und was ich nicht erwartet hatte,
sie nehmen auch zuckerhaltige Lösungen,
sie darf nur nicht zu viskös sein.

24.08.2006
Erfreulicherweise haben sie sich gut weiter entwickelt.
Sind so ca. 500 Ameisen geworden, das kleine Becken reicht nicht mehr.
So einige Male ist ihnen bei ihren ausgiebigen Grabungen die Decke auf den Kopf gefallen.
Gab dabei reichlich Aufregung, bis sie alle Verschütteten geborgen hatten.
Diese Ameisen sind deutlich lebhafter als Messor barbarus, immer wuseln sie irgendwo herum.
So richtig große Arbeiterinnen scheint es bei ihnen nicht zugeben, muss da abwarten, ob sich noch etwas ändert.
Erfreulich auch, sie sind überhaupt nicht mehr schreckhaft, eher neugierig, wenn sich in der Arena was tut.

15.10.2006
Besonders schön ihre rötliche Ausfärbung, welche sich deutlich von barbarus abhebt.
Sie vermehren sich gut und lieben die Wärme, wärmer und etwas trockener als Messor barbarus, fast xerotherm.
Auch an Insekten sind sie weiter besonders interessiert, Fliegen, kleine Heimchen,
zerkleinerte Mehlwürmer oder deren Puppen, Fliegenmaden.
Die trockenere Haltung bewirkt auch, dass sie immer etwas Wasser zum Trinken brauchen, eine Beobachtung
welche ich bei Messor auch immer wieder machen konnte.
Mache mir Gedanken, was ich ihnen als neue Unterkunft anbieten könnte, es muss mehr Platz her.
Die Erde, in der sie leben ist, durch ihre emsigen Grabetätigkeiten schon mehrfach eingebrochen.
Habe versucht das durch trockene Maisblätter zu kompensieren, hat nur bedingt funktioniert, sie nagen sie einfach klein.

 
Zählen kann ich sie nicht mehr, sind so 1000 Ameisen, vielleicht auch noch ein paar mehr,
die Entwicklung verlief in der letzten Zeit rapiede.
 
Es bereitet ihnen richtig Freude in Erde zu graben und einen Erdhügel aufzutürmen,
muss mal sehen wie ich ihnen diese Möglichkeit erhalte
und parallel dazu auch für mich geeignete Beobachtungsmöglichkeiten hin bekomme.

12.11.2006
Ein Teil der neuen Anlage konnte ich fertigstellen, die Einrichtung fehlt noch, den Ameisen ist es egal.
Die Bodenfläche besteht zu 2/3 aus Gips, pflegeleicht und der Rest aus feinem Kies, Sand ist nicht verwendbar,
lockerer feiner Sand ist eine Quälerei für diese Tiere.

Kaum war die Verbindung über einen 2m langen Schlauch von ihrem kleinen Nestbecken zur neuen Arena hergestellt,
schon waren sie unterwegs, erstaunlich wie schnell sie es mitbekommen haben.
Flink, wie sie auf den Beinen sind, war eine Hundertschaft durch den Schlauch um den neuen Auslauf zu erkunden.
 
Dabei mussten sie vorher noch so einiges auf sich nehmen,
das kleine Becken hatte kein Loch, wo ich den Schlauch anbringen konnte.
Es schien sie nicht wirklich zu stören, dass ich den Glasbohrer ansetzte, um das zu ändern.
Nachdem sie jetzt mehr Platz haben, kann ich in ruhe einen neuen Nestbau fertigen,
aus Gips und hochkant, von unten bewässert um
verschieden feuchte Kammern anzubieten, war so meine erste Idee.

19.11.2006
Ihre neue Freiheit haben sie reichlich genutzt, was für ein Gewusel!
Kaum hatten sie die spartanisch eingerichtete Arena ausgiebig erkundet, ging es richtig los.
Hochbetrieb im Schlauchverbindungsstück,
es war wohl schon reichlich an der Zeit ihnen mehr Raum zur Verfügung zu stellen.
Hoffe das sie nicht all zu sehr leiden mussten in ihrem kleinen Becken.
Es sah für mich noch so aus, als wenn es für sie noch in Ordnung war.
So wie es sich jetzt zeigt, ein Irrtum. Sie sind schnell zu Fuß, sehr lebhaft und bewegungsfreudig.
Es macht Spaß ihnen zuzuschauen, wie sie so durch Schlauch und Arena eilen.
Wieder eine Ameisenart, die viel Platz braucht, gut zu lösen mit kleineren Becken, verbunden über lange Schlauchwege.
Bei so langen Schlauchverbindungen ist es erforderlich kleine Löcher einzuarbeiten.

Kaum war die Erkundung, so wie es scheint zu ihrer Zufriedenheit ausgefallen, ging es los.
Alles, was sie nicht gebrauchen konnten in ihrem Nestbecken, es musste entsorgt werden.
Auch zeitweilige Staus im Schlauch konnten sie nicht davon abhalten,
ihren Müll bis auf den Kiesteil der neuen Arena zu befördern.
Die beiden flachen Steine, welche ich dort hingelegt habe, hätte ich mir sparen können, alles zugemüllt.
Trotz ihres Bewegungsdranges, versucht nur selten eine Ameise an den Wänden der Arena hochzulaufen,
das war auch schon in ihrem kleinem Nestbecken so.
Ameisen, die hauptsächlich auf dem Boden leben, mal sehen, wie sich das weiter entwickelt?
Zweige, die ich ihnen in die Arena gelegt habe, wurden gleich erklommen und belagert,
so als wenn es sich um einen Störenfried handeln könnte,
nach einiger Zeit war nichts mehr los auf den Zweigen, Gefahr beseitigt.

Auch wurde die Ameisenzahl, so wie es sich jetzt zeigt, von mir unterschätzt,
ein neuer Nestbau muss wohl schneller her als gedacht.
Bin am überlegen, ob ich den Erweiterungsblock, den ich für meine Messor barbarus angefertigt habe, hier integriere.

Der ist zur Zeit noch eine Nummer zu gro?, deshalb werden sie wohl erst mal ein Ytongnest bekommen?


26.11.2006
Es gibt Leckerei!

Wachsmottenlarven immer ein besonderer Leckerbissen
Ihr Sammeleifer an Samen und Körner ist deutlich weniger ausgeprägt als bei meinen Messor barbarus.
Liegt wohl daran, dass sie keine Vorräte für einen Winter eintragen müssen,
sie sammeln nur das was sie gerade brauchen, mit geringen Reserven?

Verwundert mich etwas, weil ich mir gut vorstellen kann, dass es Samen in ihrem Lebensbereich auch nicht immer gibt.
Interessanter finden sie Eiweißfutter, sie sind immer gleich zur Stelle, wenn es Insekten oder deren Larven und Puppen gibt.
Ein abwechslungsreicher Speiseplan, sie brauchen es, um sich gut zu entwickeln.
 
Dabei setzen sie auf Aas, lebendige Insekten, da kommen sie nicht ran, sind keine guten Jäger.
Aas wird überwiegend frisch genommen.
Frischfleisch, das nicht flüchten kann, erbeuten sie auch gerne.
Wie ich es schon erwähnte, sind sie gegenüber Süßem auch nicht abgeneigt.

Auch Jungköniginnen haben Durst

Ihr altes Nestbecken ist so eine richtige Kloake geworden,
so wie bei meinen anderen Messorarten zu beobachten, sind sie richtige Schweineigel.
Mit ihrem Ausscheidungen haben sie mir immer wieder die Sicht versperrt,
mit dem Fensterputzen ist einfach nicht nachzukommen.

Es scheint ihnen daran zu liegen, mir die Sicht zu versperren, ärgern wollen sie mich?
Diese Aussage ist natürlich Blödsinn, in dem beengten Lebensraum, der ihnen zur Verfügung stand,
waren einfach keine ausreichenden Möglichkeiten vorhanden.
Es ist nicht immer einfach, der Entwicklung der Ameisen nachzukommen, habe mich da gründlich verkalkuliert.
Der Schlauch ist die Verbindung in ihr neues zu Hause, hoffentlich irre ich da nicht.
Habe sie wohl schon reichlich gequält, indem ich sie so beengt gehalten habe,
das wird mir um so bewusster je länger ich sie in ihrer neuen Arena beobachte.
Als Nestneubau habe ich mich für den Gipsblock entschieden, er ist noch gut überdimensioniert, da sie reichlich
Nachwuchs aufziehen ist das eine gute Investition in die Zukunft. Am Wochenende biete ich ihnen diese Möglichkeit an.
Mal sehen ob sie ihr neues zu Hause annehmen?
Diese Entscheidung kann ich gut unterstützen und fördern, indem ich für entsprechende Feuchtigkeit und Wärme sorge.
Ihnen ihr altes zu Hause zu vermiesen, ist nicht die Praxis meiner Ameisenhaltung, sie müssen schon selber wählen.
Richtig gesehen war die Entscheidung für den Gips keine Wirkliche,
die Platzverhältnisse für meine Ameisenhaltung sind auch mit Kompromissen behaftet.
Der Bereich, in dem sie in Zukunft leben müssen, war gerade freigeworden, hier die neue Anlage.

Ursprünglich gedacht  für eine große Kolonie Messor barbarus.

01.12.2006
Jetzt habe ich den Schlamassel, dabei sah es am Anfang richtig gut aus.
Kaum war der Nestblock über einen kurzen Schlauch angeschlossen, schon waren sie da, so als hätten sie darauf gewartet.
Eine Ameise nach der Anderen ging auf Erkundung, neugierig sind sie nun mal. Sie scheinen Interesse zu haben, war so mein Gedanke.
Am nächsten Tag konnte ich sie dabei beobachten, wie noch vorhandene Gipsbrösel herausgetragen wurden.
War wohl doch nicht so schlecht ihnen gleich einen Riesenbau anzubieten.
Wobei das nur auf meine Faulheit beruhte, habe einfach keine Lust ständig zu erweitern.
Richtig gesehen ist es besser ihnen nur den Platz zur Verfügung zu stellen den sie gerade bewohnen und bei Wachstum zu erweitern.
Gemächlich ging es weiter, ohne Eile und nur vereinzelt trugen sie erst Larven und dann Puppen in das ihnen angebotene neue Nest.
Was ich bei meinen Polyrhachis dives bis heute nicht hinbekommen habe, hier findet es statt, sie haben ein Zweignest errichtet.
Obwohl sie mit der Zeit reichlich Brut umgelagert haben, scheint der Umzug für sie erledigt, keine weiteren Umzugsaktivitäten
mehr zu beobachten, das kann es doch wohl nicht gewesen sein?
Ein Teil lebt im alten Nest, kann ich gut verstehen, sie haben da ja jetzt auch reichlich Platz, die anderen im Gipsblock. 
Reichlich Verkehr zwischen beiden, Futter tragen sie in beide Nester ein. Die Königin ist auch noch im alten Nest.
Was nun? Das alte Becken wollte ich entfernen, brauche den Platz für eine andere Ameisenkolonie, wird wohl nichts.
 
Auf den Bildern ist einer der möglichen Gründe zu sehen, warum sie ihren Umzug gestoppt haben könnten, soviel Feuchte ist bei
Messorarten nicht angebracht, ein Beispiel für an zu viel Feuchtigkeit, so sollte es nicht sein.
Es war einfach noch zu viel Wasser im Gipsblock vorhanden, da er jetzt höherer Temperatur ausgesetzt ist,
verdunstet es und kondensiert an der Scheibe.
Da hilft auch der Lüfter nicht, der in der temperierten Kammer für Luftausgleich sorgt.
Es wird noch einige Zeit dauern, bis es im Nestblock trockener wird, da er wegen Ausbruchsversuchen rundherum in Kunststoffglas
und feinem Metallgitter eingeschlossen ist, kann das noch 2-3 Wochen dauern, bis er trocken genug ist, mal sehen, was wird?

09.12.2006
Mit dem Umzug hat es immer noch nicht geklappt, sie leben immer noch in zwei Nestern.
So recht was Neues gibt es auch nicht, als Entschädigung ein paar Bilder.
 

15.12.2006
Nachdem der Nestblock weiter getrocknet ist, sind sie auch mit dem Rest umgezogen.
So übergroß wie anfangs gedacht ist ihr Neues zu Hause nun doch nicht mehr.
Haben sich gut entwickelt in einem Jahr.
Wie die anderen Messorarten, welche ich hallte, sie sind immer durstig, Wasser ist ihnen wichtig.


Nach fast einem Jahr, gestartet mit einer Königin bis zu einer Kolonie mit einigen Ameisen,
war das einfach, wo lagen die Schwierigkeiten, gab es die überhaupt?
Begründete sich ihre Haltung einfach nur „auf Glück gehabt“, gab es da auch bange Momente,
Zweifel das es nichts wird, oder sind sie anspruchslos und einfach haltbar?
Lohnt es sich diese Art zu halten, gibt es Anreize die Beobachtungsmöglichkeiten anbieten?
Sind sie lebhaft oder Trantüten?
Sind sie mit dem zu halten, was so an Raumklima zur Verfügung steht, oder brauchen sie mehr?
Müssen sie in Erde leben, oder geht es auch anders, wie sieht es mit Feuchtigkeit für die Brut aus
und wie ist es hinzubekommen dabei trockene Zonen für Körner anzubieten?
Brauchen sie überhaupt feuchte Zonen für ihre Brut, lagern sie überhaupt Körner ein,
einen richtigen Winter gibt es in ihrem Lebensraum nicht?
Was ist einzuplanen an Lebensraum, wie schnell steigt die Anzahl der Arbeiterinnen,
wo liegen Möglichkeiten hier einzugreifen oder was muss getan werden?
Kann ihnen mit Erweiterungen geholfen werden, wie müssen diese aussehen?
Was ist angebracht im Bezug auf Arena und Gestaltung ihres Lebensraumes?
Müssen Pflanzen sein, brauchen sie diese für eine Blattlaushaltung, um ihren Kohlehydratbedarf zu decken?
Was futtern sie überhaupt, brauchen sie jeden Tag etwas?
Lebhafte Ameisen die ständig nach Erweiterung ihres Lebensraumes suchen oder bodenständig, ohne
Ausbruchsdrang, muss eine Ausbruchssicherung sein, oder kommen sie gar nicht an Scheiben hoch?

Nach vielen Fragen versuche ich hier Antworten zu geben, die ich beobachten konnte
Ihre Entwicklung ist beeindruckend, schon die Königin hat in der Gründungsphase die Grundlage dafür gelegt.
Da muss auch etwas Glück dabei sein,
nur eine von ihrer Mutterkolonie gut aufgezogene Jungkönigin bringt die Voraussetzungen mit, 
mehr Arbeiterinnen aufzuziehen, so viele wie irgend möglich, nun ja das kennt Ihr ja schon.
Wurde sie in ihrem Larvenstadium mangelhaft versorgt,
 hat sie auch weniger Möglichkeiten und Futterreserven um ihren ersten, eigenen Nachwuchs aufzuziehen.
Manchmal wird es gar nichts, Larven sind vorhanden, Puppen kurz vor dem Schlupf und die Königin stirbt.
Es gibt so Tatsachen, die nicht zu beeinflussen sind, die allerdings Fragen aufwerfen, woran lag es,
Fragen die im Nachhinein nur schwer zu beantworten sind?
Gut, die Dinge die im Vorfeld, vor dem Erwerb einer Königin oder Kolonie liegen, sind nicht absehbar.
Es ist auch nur ein Hinweis, das es trotz guter Haltungsbedingungen, immer das Risiko gibt, das es Nichts wird.
Wenn ich mein Geschriebenes so nachlese, bin reichlich vom Thema abgekommen.
Hatte das Glück das die von mir gehaltene Königin von guter Qualität war, reicht das schon für eine erfolgreiche Gründung?
Wenn ich so überlege, das alleine kann es nicht gewesen sein, da muss noch mehr kommen.
Was konnte ich ihr anbieten, für einen guten Start, eine erfolgreiche Gründung?
Hört sich nach einer richtigen Herausforderung an,
doch da muss ich Euch leider enttäuschen, sie gründete claustral, irgendwie langweilig.
Eine Stubenhockerin, keine Körner, keine Insekten,
Zucker oder Honigwasser, ich habe es gar nicht erst versucht.
Was mir blieb, dafür zu sorgen, dass ihr Nest nicht austrocknet.

Was erwartet so eine Königin von mir als Halter?
Für mich mit meiner Ungeduld, ist das ganz klar, besorgt Futter anbieten, jeden Tag
die Reagenzglasverkleidung entfernen und schauen, ob es ihr gut geht, ob sie alles hat, was sie braucht,
wie sieht es mit Eiern und der Larvenentwicklung aus?

So könnte es aussehen, auch verständlich, nur sind es auch Handlungen, die sie in der Gründungsphase nicht mag.
Das eben Geschilderte, wären Handlungen, die bei dieser Art mehr als überflüssig sind und mehr schaden als helfen
Jetzt wird es schwierig, eine Entscheidung, die aus meiner Sicht mit dazu beiträgt, Abschied zu nehmen,
ausgehend von einer Königin eine Kolonie aufzubauen, die gehaltene Königin, mit guten Bildern zu dokumentieren
Gute Bilder brauchen auch gutes Licht, für eine Königin, die im Dunkeln lebt, die es nicht gewöhnt ist,
Dass ihr kleiner Lebensraum durch eine Lichtquelle aufgeheizt wird,
„Gewächshausbedingungen mit Temperaturanstieg“, gerät in Panik,
deren Auswirkungen sich über Tage in der Gründungsphase niederschlagen.
Letztendlich besteht die Gefahr, dass sie weniger Erstlingsarbeiterinnen (Pygmäen) aufzieht.
Nach meinen Beobachtungen ist es so.
Tut mir Leid, schon wieder abgeschweift. Waren so Versuchungen, denen ich Wiederstehen musste.
Wie von mir geschrieben, habe ich sie in einem Reagenzglas mit Erde ohne Wassertank aufgezogen.
So etwa wöchentlich kontrollierte ich, ob sie noch am Leben war und ob die Feuchtigkeit noch ausreichte.
Mehr gab’s sechs Wochen lang nicht zu tun. Klingt wenig, nur, so hat’s funktioniert.

Begründete sich ihre Haltung einfach nur „auf Glück gehabt“, gab es da auch bange Momente,
Zweifel das es nichts wird, oder sind sie anspruchslos und einfach haltbar?
Pflegeleicht sind sie, genügsam, auch geringe Haltungsfehler überstehen sie. Haltbar in einer kleinen Arena, geht auch.
So richtig Freude bereiten sie allerdings erst, mit mehr Auslauf,
auch wenn Einige von ihnen immer irgendwo herumdösen, sind die Aktiven flinkfüßig unterwegs.
Nach dem die ersten Arbeiterinnen geschlüpft waren, galt es herauszufinden, was futtern sie überhaupt und wie ist es anzubieten.
Auch da sind sie nicht besonders wählerisch so das ein breites Spektrum an Futter zur Verfügung steht,
dass günstig erworben werden kann und die Hobbykasse schont.
Eine einfach zu haltende Art, die keine Winterruhe braucht.

Lohnt es sich diese Art zu halten, gibt es Anreize die Beobachtungsmöglichkeiten anbieten?
Sind sie lebhaft oder Trantüten?


Sind wir nicht schöne Ameisen, schaut uns mal genau an, wir haben doch was oder?
Da wir nicht zu klein sind, habt Ihr keine Mühe uns zu beobachten, eine Lupe könnt Ihr Euch sparen,
kauft lieber von den Euros etwas Gutes zum Beißen.
Sehen wir langweilig aus, Ihr wollt uns doch wohl nicht beleidigen?
Immer auf den Beinen um uns zu zeigen, uns zum Betrachten anbietend.
Rastlos, Behände unterwegs, ja keinen Zweifel aufkommen lassen,
dass wir etwas haben, das es durch Beobachtung zu ergründen gibt.
Ihr solltet uns erst einmal sehen, wenn wir hungrig sind, zugegeben dabei vergreifen wir uns auch schon mal an Körnern,
das bleibt jetzt aber unter uns.


Es bereitet uns keine Freude, Euch verschmitzt lächeln zu sehen, wenn wir uns damit abmühen ein übergroßes Korn abzutransportieren.
Unser Halter könnte uns ruhig kleinere Körner anbieten, gut die hatten wir das letzte Mal ratz falz abtransportiert,
das ging ihm wohl zu schnell und er hatte nicht genug Zeit uns dabei zu beobachten.
Ja wir sind schon eine muntere Truppe, manchmal allerdings neigen wir schon mal dazu einfach nur herumzulungern, machen auf Mädchen
und betreiben Körperstyling, das machen wir besonders gern auch schon mal in der Gruppe auf engstem Boden.
 
Zugegeben, der Gips in unserer Arena macht es uns einfach unsere sperrigen Lasten zu transportieren,
wäre gut wenn unser Halter noch mehr brauchbare Ideen
entwickeln würde, auch sollte er schleunigst darüber nachdenken, die feuchten Stellen des Gipsbodens zu vergrößern,
wir werden täglich mehr und feuchter Boden der hat was, ein schöner Ort für Körperstyling.

Die Frage ob es sich lohnt diese Ameisen zu halten, kann ich nur für mich beantworten,
es liegt einfach daran, was Ihr an Erwartungen an die gehaltene Art stellt?   
Mir bereitet diese muntere, lebendige Art viel Freude, ich schaue ihnen gerne zu.

Müssen Pflanzen sein, brauchen sie diese für eine Blattlaushaltung, um ihren Kohlehydratbedarf zu decken?
Im Gegensatz zu meinen Messor barbarus, die nicht so recht für Süßkram zu begeistern sind, sind sie richtige Naschkatzen.
Gerne gehen sie an Zucker oder Honigwasser, bevorzugen dabei weniger konzentrierte Lösungen.
Hier ein Bild, wo sie Zuckerlösung trinken, Honiglösung mögen sie genau so gern.

Ob sie deshalb auch an Blattläuse gehen, habe ich nicht ausprobiert, zuckerhaltige Lösungen sind ein guter Ersatz.
Mit den Pflanzen für Blattläuse wäre es zudem recht schwierig, ich halte diese Ameisenart trocken,
was das mögliche Pflanzenspektrum stark einengt.
Zudem graben dies Ameisen sehr gerne und räumen so Einiges um, alles Gründe es mit Blattläusen zu lassen.
Die Ameisen machen schon genug Arbeit und dann noch eine Blattlauszucht?
Pflanzen als Dekoration, das muss Jeder für sich selber entscheiden, einfacher und praktischer ist es ohne.
Die Ameisen sind keine begeisterten Kletterkünstler.
Sie bewegen sich hauptsächlich auf dem Boden.   

Lebhafte Ameisen die ständig nach Erweiterung ihres Lebensraumes suchen oder bodenständig, ohne Ausbruchsdrang?
Muss eine Ausbruchssicherung sein, oder kommen sie gar nicht an Scheiben hoch?
Ein wirkungsvoller Ausbruchsschutz, nicht nur eine wichtige Maßnahme unserer Verantwortung nachzukommen.
Dass bei uns nicht beheimatete Ameisen in unser Ökosystem entkommen, auch eine Maßnahme,
die wenigen Ameisen in der Gründungsphase nicht verloren gehen zu lassen.
Bei dieser Art sind die Anforderungen gering, eine bodenständige Ameise, welche die Bewegung am Boden praktiziert.
Selten ist eine Ameise dabei zu beobachten, dass sie an den Scheiben hochläuft, oftmals fallen sie dabei herunter.
Trotzdem, sie bekommen es hin. Da sie bei mir in der Arena trocken leben, reicht PTFE, es besteht nicht die Gefahr, das es durch zuviel
Feuchtigkeit an Wirkung verliert. Wenn die Ecken in den Becken zusätzlich gesichert werden und die Raumtemperatur über 22°C liegt ist es
möglich ohne Deckel die Arena zu gestalten. Mit den bei uns herrschenden Raumfeuchtigkeiten kommen sie zu recht.
Trotz ihrer Lebhaftigkeit waren keine Ausbruchsversuche zu beobachten,
dieses bedeutet nicht, dass kein angebrachter Ausbruchsschutz benötigt wird.
Nicht immer sind Ameisen angebracht zu versorgen, die Reaktionen darauf sehen mitunter nicht nach unseren Vorstellungen aus.

Eine kurze Zwischensequenz
Darüber das sie nicht ganz so auf Körner stehen so wie Messor barbarus, habe ich schon berichtet.
Ein ganz besonderer Leckerbissen für sie, Fliegenmaden, welche ich abkoche und im Stück oder zerkleinert gebe.
 
Mehlkäferpuppen mögen sie auch.

Ob sie die wohl klein kriegen? Interessiert sind sie jedenfalls

Wir haben eine Vereinbarung getroffen, sie lassen den Kies in dem dafür vorgesehen Bereich und halten den Gips sauber
und ich lasse ihnen ihr altes Becken.

Ist schon merkwürdig, dass sie den Kies nicht überall verstreuen, fein säuberlich den Bereich mit Gipsboden frei halten.
Den Kies selber haben sie schon einige Male umgeschichtet und neu aufgehäuft.
Ihre altes Nestaquarium sieht trostlos aus, einen Teil der Erde habe ich entfernt. Ab und zu feuchte ich die Reste an,
sie haben dann richtig Freude dabei dort kräftig zu graben.

  
Obst, wie hier eine durchgeschnittene Weintraube brauchen sie auch, durchgeschnitten müssen sie sein, sonst wird es nichts.

Eigelb mögen sie sehr gern.
 
Auch wenn ich nicht so dafür bin, Ei an Ameisen zu verfüttern, so brauchen sie doch Abwechslung um sie gesund zu halten.
Eine Krankheit in einer großen Kolonie verbreitet sich sehr schnell und die Folgen sind nicht abzusehen.

Sie können längere Zeit auch mal ohne Futter auskommen, Körner bevorraten sie ja und Insekten habe ich
ihnen versuchsweise 10 Tage vorenthalten. Was nicht fehlen darf, ist Wasser.
Sie sind daher im Urlaub nicht so pflegeintensiv.
Gibt es dann wieder was, kann es an einem Durchgang schon mal eng werden.

 
Immer auf der Suche nach Abwechslung und auch nach Alternativen für meine Ameisen mit dem Futter, gab es heute Hähnchenbein.
 
Interessiert scheinen sie zu sein, überraschen kann mich das nicht, ihre Neugierde gehört mit zu ihrem natürlichem Verhalten.

Sie haben mich natürlich schnell durchschaut, dass ich ihnen nur etwas unterschieben wollte.
Obst und so allerlei an Früchten, das besonders wenn es gut saftig ist und am besten auch noch süß, wird gerne genommen.

Sie treiben auch so ihre Spielchen mit mir, kaum habe ich ihr Wasserloch aufgefüllt, sind sie eifrig dabei es wieder trocken zu legen.
Nicht einfach Leertrinken, nein schnell ist der Deckel voll mit Kies, das muss noch anders werden, ich kriege sie noch.
  
So recht gibt es weiter nichts Neues, deshalb einfach ein paar Bilder.
    
Etwas Neues gibt es doch, sie ziehen Geschlechtstiere auf, so wie es aussieht Königinnen.
Damit gehören sie auch zu den Ameisen, wo es gilt, besonders darauf zu achten, dass die Anlage dicht ist.
Die Arbeiterinnen selber zeigen auch in dieser großen Kolonie so gut wie keine Ausbruchsversuche,
nur selten läuft eine Ameise an den Scheiben hoch. Dabei sind sie auch noch überaus unbeholfen und fallen schnell mal auf den Kopf.
Bei den Geschlechtstieren ist davon auszugehen, das sie versuchen abzufliegen und das bedeutet Gefahr für unsere Umwelt.

Die schnelle Entwicklung der Koloniengröße und die Aufzucht von Geschlechtstieren nach ca. 14 Monaten, ausgehend von einer Königin,
zeigt allerdings auch, das ich es wieder übertrieben, habe mit meiner Haltung.

02.03.2007
Ja was soll das denn?
Ist schon ein seltsames Tier was sie erbeutet haben, richtig verbissen sind sie bei der Arbeit.
Geschmacksverirrung oder ein Verhalten, das ich nicht deuten kann?

Interessant ist es schon, wie sie so ein Stück Holz bearbeiten, richtig angenagt haben sie den Zahnstocher.
Mal sehn, was übrig bleibt?
Die Kolonie ist gewachsen, viele Ameisen lungern träge herum, Futter direkt vor die Nase, ob das so gut ist?
Was wird, wenn sie so recht keine Beschäftigung haben?
Es gibt auch keine Verluste, welche sie in ihrem normalen Leben verkraften müssten.
Haltungsbedingungen von mir optimiert, ob das alles so richtig ist, manchmal kommen mir Zweifel.
Eine Frage die ich nicht an einer artgerechten Haltung festmachen will, die sich dennoch stellt.
Eigentlich konnte ich Solches schon immer beobachten und so ist der Zahnstocher auch nur eine Möglichkeit diese Ameisen zu beschäftigen.

Mal schauen wie sie sich weiter entwickeln?

Update 22.06.2007