Messor barbarus mit wenigen Ameisen lässt es sich gut anfangen [1]

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Wolfgang
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Messor barbarus mit wenigen Ameisen lässt es sich gut anfangen [1]

Beitragvon Wolfgang » Mi 29. Mär 2017, 13:41

Ein kleines Volk 5 Wochen nach der Winterruhe
Etwas 20 Arbeiterinnen die ganz ohne Brut überwintert hatten.

Messor barbarus Kleinvolk.jpg

Alles was an Brut vorhanden ist, aufgezogen aus Eiern die von ihrer Königin gleich nach der Winterruhe gelegt wurden.

7 Wochen nach der Winterruhe
Ein paar kleinere Majorarbeiterinnen sind auch schon geschlüpft.

Messor barbarus Kleinvolk _1.jpg

Diese ziehen sie ab etwa 20 Arbeiterinnen auf.
Das funktioniert allerdings nur mit einer guten Futterversorgung und dazu gehören auch Insekten.
Das sie keine Insekten brauchen ist eine Fehleinschätzung.
Durfte abgeleitet sein aus Zeiten wo sie keinen Nachwuchs aufziehen und dann auch keine Insekten annehmen.
Nachwuchsaufzucht lässt sich bei dieser Art nicht alleine aus dem Vorhandensein von Larven ableiten.
Falsche Temperaturen oder Feuchtigkeiten, können dazu führen, dass sie die weitere Aufzucht ihrer Larven vorübergehend oder ganz einstellen.

Angefangen hat es letztes Jahr so.

Messor barbarus Junkönigin.jpg

Bekommen hatte ich die Königin in einem Reagenzglas.
Sie dachte nicht daran Eier zu legen, vielmehr beschäftigte sie sich mit dem Stopfen.

Zerlegter Stopfen.jpg

Da ihr sichtlich die Unterbringung im Reagenzglas nicht zusagte, musste sie in ein kleines Gipsnest umziehen.
Reagenzglaser sind eine praktische Gründungsunterkunft, allerdings ist es auch immer ein Glücksfall, den Stopfen zum Wassertank richtig hinzubekommen.
Messor barbarus Königinnen reagieren schnell auf nicht passende Feuchtigkeiten.
Ein Gipsnest hat da einfach mehr Möglichkeiten um Feuchtigkeit zu verändern.

Nachdem sie jetzt so richtig in die Puschen gekommen sind, wird es dieses Jahr sicherlich noch viel Zuwachs geben.



Messor barbarus, so lange wie jetzt schon über diese Art geschrieben wird, ist sie wohl als „universal Ameise“ zu sehen,
die stätig ihren Reitz ausgebaut hat.

Dafür gibt es Ansätze mehr als genug um Erklärungen abzuleiten.
Wie wäre da die Vielfalt an Größen und Aussehen der von dieser Art aufgezogenen Arbeiterinnen?

Der Fachbegriff dafür "Polymorph"
Bei Messor barbarus besonders ausgeprägt zu beobachten, passende Haltungsbedingungen vorausgesetzt.

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Messor barbarus mit wenigen Ameisen lässt es sich gut anfangen [2]

Beitragvon Wolfgang » Fr 14. Apr 2017, 18:38

Es läuft nicht richtig rund
Nachdem sie nach der Winterruhe richtig gut durgestartet sind, klemmt es jetzt Irgendwo.
Einige Arbeiterinnen sind geschlüpft, auch einige kleinere Majorarbeiterinnen und wie zu sehen, ein paar dicke Larven und ein paar Puppen.

Messor barbarus _1.jpg
Messor barbarus _2.jpg

Ansonsten ist Ebbe in der Kiste (Nest), gibt nur wenige weitere Larven.
Muss jetzt an den Haltungsparametern schrauben.
Erster Ansatzpunkt, die Nesttemperatur muss rauf, denke da an ca. 28°C.
Möglicherweise bin ich einfach auch nur zu ungeduldig.

Hier eine Gesamtansicht ihres kleinen Gipsnestes, wobei „klein“ nach Ansicht einiger Halter, für ein so kleines Volk wohl eher als zu „groß“ zu sehen ist.

Messor barbarus _3.jpg

Messor barbarus und auch andere Arten kommen damit durchaus klar.
Der Feinkies im Nest, sie haben ihn selber eingetragen.

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Messor barbarus mit wenigen Ameisen lässt es sich gut anfangen [3]

Beitragvon Wolfgang » Fr 19. Mai 2017, 11:38

Die Entwicklung geht erfreulich weiter
Die Durststrecke ist überstanden, jetzt sind sie wieder gut in der Weiterentwicklung.
Schuld hatte ihr Halter, war zu geizig mit der Heizung.
3°C mehr Nesttemperatur und schon es läuft wieder.

Messor barbarus 19.05.2017_2.jpg
Messor barbarus 19.05.2017_1.jpg

Messor barbarus 19.05.2017_3.jpg

Langsam schlüpfen auch immer mehr größere Arbeiterinnen.
Sind noch nicht die richtig großen Majorarbeiterinnen, schön anzugucken trotzdem.
Auch dürften sie jetzt auch größere Körner klein bekommen.

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Kleine Zwischensequenz

Beitragvon Wolfgang » Mo 26. Jun 2017, 22:38

Gründungen sollen schwierig sein?

Ab und an in den Foren nachzulesen, Messor barbarus sollen in der Gründung nicht unproblematisch sein.
Aus nicht nachvollziehbaren Gründen, bringen Königinnen es nicht fertig, Nachwuchs aufzuziehen.
Auch nachzulesen, das es sich dabei um nicht begattete Königinnen handeln könnte.

Es ist wie immer in der Ameisenhaltung, die Bedingungen müssen passen, sonst ist ein Ameisenleben unmöglich.
Das durchgehend, zwischenzeitliche, wenn auch kurzeitige Abweichungen, können eine derartige Schädigung nach sich ziehen, dass es nichts mehr wird.

Was kann schieflaufen?
Im Wesentlichen sehe ich zwei Möglichkeiten.
Kurzzeitige Überhitzung des Nestbereiches oder fehlende Feuchtigkeit.

Wie geht das?
Überwiegend werden Königinnen in einem Reagenzglas gehalten und wie nachzulesen, brauchen diese es warm.
Fehlt die passende Wärme oder wird zu viel beheizt, geht die Gründung daneben.
Raumtemperaturen unter 24°C reichen nicht und mehr als 26°C sind nicht angebracht.
Ein Reagenzglas mit einer Lampe angestrahlte gibt keinerlei Kontrolle, das es nicht zu einer Überhitzung kommen kann.

Messor barbarus sollen es fertig bringen, ihr Nest selbst zu befeuchten, für eine erfolgreiche Haltung, vergesst diesen Blödsinn lieber.
Gründerköniginnen brauchen Feuchtigkeit in ihrem Nest, sonst wird es nichts.
Leider ist ein Wassertank keine Garantie dafür, das ausreichende Feuchtigkeit vorhanden ist.
Der trennende Wattestopfen zwischen Nestraum und Wassertank ist der Knackpunkt.
Einfach einen Stopfen reinzutüdeln, kann richtig daneben gehen, der muss schon so konstruiert sein, das genügend Feuchtigkeit in den Nestbereich kommt.
Es geht nicht nur darum, dass die Königin an der Watte trinken kann, es muss ein passendes Mikroklima entstehen.
Das geht natürlich nur, wenn das Reagenzglas einen lockeren Verschlussstopfen hat.
Irgendwelche Fütterungsversuche, wie mitunter nachzulesen, zerstören das Mikroklima und bringen überhaupt nichts.
Ein unpassender Trennstopfen zum Wassertank, sowie ein unpassender Reagenzglasverschlusstopfen gehen auch daneben.
Von zu wenig Feuchtigkeit bis hin zu Kondenswasserbildung und Schimmel, können Folgen sein.

Hat die Königin es geschafft, ihren ersten Nachwuchs aufzuziehen, ist es erforderlich das Reagenzglas zu öffnen.
Einfach so, bleibt das nicht ohne Folgen, die Nestfeuchtigkeit muss erhalten bleiben.
Sie ziehen sonst erfolgreich keinen weiteren Nachwuchs auf.
Nur ein kleines Loch als Reagenzglasöffnung oder entsprechende Feuchtigkeit in der Box, in dem das Reagenzglas liegt, hilft.

Wie soll das gehen?
Das Reagenzglas kann mit Erde größtenteils verschlossen werden, auch ein Strohhalmstück durch den Reagenzglasverschlussstopfen, sind Möglichkeiten.
Auch machbar, eine Boxabdeckung und Wassergaben in die Box.
Dabei nicht vergessen, ausreichende Belüftung muss sein.
Ganz besonders wichtig, all diese Maßnahmen müssen durchgehend wirken, vorhanden sein.

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Messor barbarus Königinnen Rettung

Beitragvon Wolfgang » Mi 12. Jul 2017, 09:19

Ein möglicher Weg eine Königin zu retten

Wie nicht selten nachzulesen, gelingen Gründungen mit Messor barbarus Königinnen nicht immer.
Soll sogar schwierig sein und schon mal daneben gehen.
Königinnen bekommen einfach keinen Nachwuchs aufgezogen, vorhandene Eier, Larven Puppen verschwinden wieder.
Nach derart misslungenen Versuchen, hören die Königinnen auf neue Eier zu legen, leben durchaus noch längere Zeit bist sie versterben.

Königinnen die keine Gründung hinbekommen, kann geholfen werden.
Voraussetzung sie sind gesund und begattet.

Gebraucht wird ein anderes Messor barbarus Volk, das kleine Arbeiterinnen spendet,
das kann durchaus ein älteres, größeres Volk sein.

Kleinere Arbeiterinnen dieser Art ohne eigene Königin sind kaum bis gar nicht aggressiv gegenüber einer anderen Königin.
Jungköniginnen ebenfalls nicht.

Mit folgendem Ablauf ist es mir mehrfach gelungen, gescheiterten Königinnen doch noch zu einem Volk zu verhelfen.
Die Königin kommt in ein Reagenzglas mit Wassertank.
Aus dem Spenderfolk werden ca. 10 kleinste Arbeiterinnen entnommen.
Diese kommen für ca. eine Stunde in den Kühlschrank.
Diese Maßnahme ist hauptsächlich gedacht, die Hektik und den Bewegungsdrang dieser Ameisen zu unterbinden.
Sie lassen sich dadurch einfach in das Reagenzglas mit der Königin kippen.
Das Reagenzglas wird verschlossen und abgedunkelt, bei Raumtemperatur, 2 Tage gelagert.
Danach, mit einer kleinen Öffnung im Verschlussstopfen, in eine vorbereitete Anlage gelegt.
Soll das Volk gleich noch weiter gepusht werden, ist ein kleineres Nest mit in die Anlage zu stellen.
(Derartige Nester fertige ich aus Gips, die Kammern sind mit Lehm ausgestrichen)
Gleich nachdem sie in der Anlage sind, können aus dem Spendervolk,
ohne weitere Maßnahmen wie z. B. runterkühlen, weitere Ameisen in die Anlage gesetzt werden.
Das dürfen jetzt durch aus größere sein.
Nicht die ganz Großen, die passen noch nicht in so eine kleine Gemeinschaft.
Was an weiteren Arbeiterinnen dazu gegeben wird, unterliegt theoretisch keiner Grenze.
Die Arbeiterinnen müssen nur gleich dazu gegeben werden.
Ein paar Tage später erkennen die zugesetzten Ameisen ihre Schwestern nicht mehr als ihr Volk.
Irren in der Anlage herum und versuchen zu flüchten, auch werden sie dann von den anderen Ameisen angegriffen.

Dieses Verfahren lässt sich auch anders herum anwenden, zur Rettung von Völkern deren Königin gestorben ist.

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Re: Messor barbarus mit wenigen Ameisen lässt es sich gut anfangen [4]

Beitragvon Wolfgang » Di 25. Jul 2017, 11:21

Ein kleines Update

Ihr kleines Nest hat sich gefüllt, dürften mehr als 200 Arbeiterinnen sein.
Puppen in verschieden Stadien, einige schon deutlich verfärbt und kurz vor dem Schlupf.
Einige kleinere Majorarbeiterinnen haben das schon hinter sich.
Ihre hellrot leuchtenden Köpfe, heben sie besonders hervor.
Leider geht diese schöne Färbung mit zunehmenden Alter verloren.
Dunkelrot bis hin zu schwarz ist dann angesagt.

Messorkopf.jpg

Überhaupt sind alle Zwischenstufen der Verfärbungen vorhanden.

Weitere Eierpulks und verschieden große Larven, lassen auf einen rasanten Anstieg der Arbeiterinnenzahl hoffen.
Die dicken, fetten Larven entwickeln sich zu weiteren Majorarbeiterinnen.
Auch wenn das Nest nur eine Kammer hat, ist es durchaus möglich, feuchte und trockenere Bereiche anzubieten.
Wo es feuchter ist (Kondenswasser an der Abdeckung) lagern sie ihren Nachwuchs, etwas davon entfernt ist es trocken genug für Körner.

Messor barbarus Nest.jpg

Ein Video , mit dem besser ersichtlich ist, was geworden ist.



Die gelben Brocken die herumgetragen werden, sind zerkaute Körner (Ameisenbrot).
Der Bedarf an Körnern ist deutlich angestiegen, dazu nehmen sie vermehrt Insekten.
Fruchtfliegen stehen momentan ganz hoch im Kurs, an die 10 – 15 davon pro Tag, dürfen es durchaus sein.
An Körnern bekommen sie eine bunte Mischung, die in Futter für kleinere Nager zu finden ist.

Futterkörner.jpg

Einen Teil dieser Körner zerkleinere ich weiterhin, allerdings gehen sie jetzt auch an ganze Körner.

Wie bekannt, brauchen Messor barbarus kein Zuckerwasser, sie nutzen die in Körnern enthaltene Stärke.
Was mich nicht davon abhält, dennoch ab und an Zucker- oder Honigwasser anzubieten.
Das bisherige Ergebnis, es interessiert sie nicht.

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Umzug

Beitragvon Wolfgang » Mo 21. Aug 2017, 15:42

Umzug in ein externes Nest

Irgendwann kommt der Tag und diese Ameisen sind nicht mehr zufrieden mit dem was ihnen ihr Halter anbietet.
Sie wollen mehr, nicht ganz passend, sie brauchen mehr.
Ich als Halter greife so einen Hilferuf doch umgehend auf.
Ameisen die ein neues, größeres Nest brauchen, haben eine gute Entwicklung hinbekommen.
Na ja, mit Messor barbarus ist das auch keine große Herausforderung, die brauchen nicht viel um richtig in die Spur zu kommen.

Eine Zwischenfrage, habt Ihr schon mal Nester aus einer Gips/Zementmischung euren Ameisen angeboten?
Gips selber ist zu weich um diese Ameisen, in einem externen Nest, davon abzuhalten, das sie ich schreibe es mal so,
einen externen Ernteeinsatz unternehmen.
Der Gips müsste härter werden und trotzdem noch gut Wasser aufnehmen und im Nest weiter verteilen.
Habe ihnen ein neues Nest gegossen, das aus einer Gips/ Zement- Mischung 50/50 gefertigt ist.
Kann Euch jetzt schon schreiben, das ist eine richtig harte Angelegenheit geworden.
Stellt sich die Frage, ist so ein Nest für diese Art überhaupt brauchbar, generell für Ameisen brauchbar?
Wie immer in der Ameisenhaltung, die Ameisen müssen das selber herausfinden.

Gut dann ist es an der Zeit den Ameisen das Nest anzubieten.
Erste Hürde, Messor barbarus, wie nachzulesen, können nur mit Mühe an Glaswenden hochlaufen.
Das könnte ein richtiges Problem geben, die Arena in der ihr jetziges Nest steht, hat die Erweiterungsbohrung auf halber Höhe.
Macht nichts, ich probiere es einfach Mal.
Externes Nest mit einem ca. 20 cm langen Schlauch an die Arena angeschlossen und auf die Lauer gelegt, was sich tut.

Schlauchverbindung.jpg

Hoppla das ist ja ein Ding, 2 Stunden später stand Umzug auf dem Programm.



Mit Sack und Pack (Nachwuchs, Arbeiterinnen die noch nicht selber laufen wollen, Körner) alles hoch an der Glaswand, ab in Richtung neuem Nest.
Kleinere Ausrutscher ab und an, ansonsten hatten sie keine Mühe, Gals zu erklimmen.
Erstaunlich, dass sie das so einfach hinbekommen.
Gut, registriert und im Hinterkopf behalten, wenn es um Überlegungen für den Ausbruchsschutz geht.
Was jetzt weiter interessant werden kann, wie geeignet ist ein derartiges Nest aus gleichen Anteilen von Gips und Zement?

Neues Nest.jpg

Gut zu erkennen, im hinterem Nestteil, da wo es feuchter ist, ziehen sie ihren Nachwuchs auf.
Vorne im trocknen Teil lagern sie ihren Vorrat an Körnern.

Was ich jetzt mehr als unfair bewerte, für die Mühe dich ich mir mit ihnen gemacht habe, ihre Hinterlassenschaft vorm alten Nest.

Kacke.jpg

So sind sie nun Mal, sie kacken gerne und das möglichst so, dass sie ihrem Halter die Einsicht vermiesen.

Das werde ich mir merken. :evil:


Fortsetzung folgt


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